Magdeburg l Auch wenn die Stadt den Bebauungsplan für das Areal zwischen Struvestraße und Cracauer Straße zurückgezogen hat und die Verlängerung der Friedrich-Ebert-Straße vorerst vom Tisch ist, hat die Interessengemeinschaft (IG) "Friedrich-Ebert-Straße" weiterhin Bedenken, wie sich das Gelände im Bereich der Sackgasse entwickelt. Ende 2013 haben sich betroffene Cracauer Bürger zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen, um die auf Investorenbelange begründete Planung zu verhindern.

Der Neubau des Norma-Discounters ist jedoch nach wie vor im Gespräch. Der in die Seestraße umgesiedelte Lebensmittelhändler will einen Neubau an der Struvestraße errichten. Die Anwohner finden jedoch, dass ein Discounter-Neubau nicht an diesen Standort passt und wünschen sich ein bürgerfreundliches Zen- trum mit einer Grünanlage, einen Stadtteilplatz, auf dem ein Wochenmarkt oder saisonale Feste ausgerichtet werden können.

"Das Plangebiet ist die einzige nicht vollständig bebaute Fläche im Zentrum von Cracau und damit die einzige Möglichkeit, ein bürgerfreundliches Stadtteilzentrum mit Grünanlage und Spielplatz zu realisieren", erklären IG-Sprecher Jörg Vierhaus und Klaus-Dieter Pantke. Die IG hat daher erneut einen Entwurf zum Plangebiet ausgearbeitet. Entsprechend dem Flächennutzungsplan wird ein Wohngebiet entlang der Nordseite der Straße Am Brellin angestrebt.

"Klarer Auftrag an den Oberbürgermeister."

Ein Magdeburger Unternehmen habe bereits konkretes Interesse an der Umsetzung der geplanten Wohnbebauung angemeldet, berichtet Klaus-Dieter Pantke. Zur räumlichen Trennung und zur Verbesserung des Stellplatzangebots wird entlang der Struvestraße eine Parkplatzreihe bzw. der Bau von Mietgaragen von der Bürgerinitiative vorgeschlagen. "Durch die Entwicklung des Plangebietes fallen zahlreiche Pacht- und Mietgaragen weg, was den Parkdruck der Anwohner stark erhöht", so Vierhaus.

In der Sitzung der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA)Ostelbien vergangene Woche stellte Jörg Vierhaus die Alternative für ein Stadtteilzentrum vor. Neben einer Diskussion wurde der Entwurf auch zur Abstimmung gestellt. Bis auf eine Enthaltung und wenige Gegenstimmen hat sich die große Mehrheit der anwesenden Bürger für die Umsetzung des Alternativplans ausgesprochen. "Dies kann man als klaren Auftrag an den Oberbürgermeister und den Stadtrat verstehen, endlich neue, dem Bürgerwillen entsprechende Planungen für dieses Gebiet umzusetzen", lautet das Fazit von Klaus-Dieter Pantke

Linken-Stadtrat Karsten Köpp hat sich bereits für die Idee der Bürgerinitiative ausgesprochen. "Ein neues Stadtteilzentrum könnte die Lebensqualität verbessern. Anstelle großflächiger Parkplätze und weiterer Lebensmittelmärkte wird hier ein belebter Ort benötigt, der die Bürger verbindet und zum Verweilen einlädt. In diesem Bereich sollte deshalb ein attraktives Stadtteilzentrum mit Parkanlage und Mehrzweckfläche entstehen, das Platz für alle Generationen bietet", so Köpp.

Die Entwicklungsgruppe um Edeka hat sich entschlossen, dass es nur eine Erweiterung und Modernisierung innerhalb des bestehenden Gebäudes in der Cracauer Straße 62 geben wird. Der Eigentümer wird zugunsten von Edeka sein Gebäude umbauen, so dass die Verkaufsfläche des Supermarktes um ca. 500 Quadratmeter erweitert werden kann, berichtet Carola Krohn von der Haus- und Immobilienverwaltung Krohn.