Magdeburg l Was weit oben über ihren Köpfen geschieht, kriegen die meisten Fußgänger am Hasselbachplatz kaum mit. Nur der unübersehbare Kran, der seit Monaten an der Liebigstraße steht, zeugt davon: Hier passiert etwas in luftiger Höhe. Das "erste Haus" am Hassel, das Gründerzeithaus mit der Hausnummer 1 (Baujahr 1900), wird aufwendig saniert.

Der Hannoveraner Immobilienhändler Bernd Hettwer hat dazu mit drei Partnern 3,7 Millionen Euro in die denkmalgerechte Instandsetzung investiert. Und sogar mehr als das. "Wir restaurieren auch die Stuckfassade, obwohl wir das laut Denkmalschutz eigentlich nicht müssten", sagt er. Nach dem Krieg war das teilweise zerstörte Haus nur zweckmäßig repariert worden, auf jegliche Schmuckelemente war verzichtet worden, so auch die beiden Türmchen. "Wir wollen die Schönheit der Architektur von damals wieder komplett erstehen lassen", sagt Hettwer, der bereits mehrere Altbauten in Magdeburg saniert hat.

Zurückgeworfen wurden die Arbeiten um mehrere Wochen, weil eine Decke, die zu DDR-Zeiten eingezogen worden war, nicht das hielt, was die Bauunterlagen versprachen. Weil damals offensichtlich am Material gespart worden war, musste sie komplett ausgetauscht werden, weshalb auch der Kran länger als geplant stehen bleiben musste. Seine Tage neigen sich aber dem Ende. Bis Ende April soll das Zinkdach fertig sein, dann verschwindet der Kran und der Innenausbau beginnt. Außerdem wird dann auch mitten im Haus der Fahrstuhl eingebaut sein. "Den Schacht haben wir richtig reinseziert", meint der Magdeburger Architekt Carsten Jacob, der das Projekt für Hettwer und seine Partner realisiert hat.

Eine Musterwohnung soll dann auch fertig sein und Mietinteressenten offenstehen. Die acht Wohnungen haben mit bis zu 10,50 Euro pro Quadratmeter einen stattlichen Preis, bieten dafür aber einen imposanten Blick auf den quirligen Hassel.

 

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