Der Arbeitskreis Ökologie plant weiter, für den Erhalt der beiden "hölzernen Zeitzeugen" in der Danzstraße zu kämpfen. Ein kleines Musikkonzert "Kunst trifft Natur" soll z. B. den Wert der Bäume unterstreichen.

Altstadt l Vor beinahe 20 Jahren hatten sich erstmals Mitglieder der Domgemeinde in einem Arbeitkreis zusammengefunden, um für die Bergulme und die Platane an der Danzstraße/Ecke Breiter Weg einzutreten. Auch damals sollten sie für eine Bebauung weichen. Nun droht ihnen das gleiche Schicksal.

Margitta Quast, Antje Wilde und Jürgen Hartmann waren damals dabei und wollen auch heute für den Erhalt der 120 bzw. 80 Jahre alten Bäume sorgen. Das Versprechen von Oberbürgermeister Lutz Trümper, deren Schutzwürdigkeit zu überprüfen, werten sie zwar als wahltaktisches Manöver, hoffen aber dennoch auf ein positives Ergebnis. "Heutzutage zählen doch allein wirtschaftliche Gründe, wenn es um die Fällung von Bäumen geht", meint Margitta Quast. Ökologische Gründe wie der Klimawandel zählten nicht, kritisiert sie.

1987 hatte sie gemeinsam mit ihrem Mann, Domprediger Giselher Quast, letztendlich erfolgreich beim Rat der Stadt protestiert. Die Bäume wurden offiziell "begnadigt", wie die Volksstimme zehn Jahre später schrieb. Weil dies einen kleinen Vorgeschmack auf die friedliche Revolution zwei Jahre später gab, werten sie die Bäume als "hölzerne Zeitzeugen", die gemeinsam mit dem Bürgerdenkmal und dem Stück der Berliner Mauer einen Gedenkort bilden könnten.

Weil das Grundstück nach den bislang bekannten Bauplänen bis zur Straßenecke bebaut werden soll, fürchten sie nun um die beiden Bäume. Um weiterhin für Aufmerksamkeit zu sorgen, plant die kleine Gruppe weitere Aktionen, wie eine Musikveranstaltung "Kunst trifft Natur" vor Ort. "Da kommt noch was!", geben sich die Mitglieder kämpferisch.

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