Magdeburg (cb) l Die technische Ausrüstung mittelalterlich, die Klassen immer voller, die Arbeitsbelastung immer höher - und Wertschätzung gebe es keine. 400 Lehrer von 70 Magdeburger Schulen haben am Freitag gestreikt. Eigentlich für mehr Lohn und gegen die Kürzung einer gesetzlichen Zusatzrente. Doch der Ärger geht weit über das Finanzielle hinaus, zeigte sich im Gespräch mit Streikenden, die namentlich nicht genannt und im Bild schon gar nicht gezeigt werden wollen.

Während im Saal des Gewerkschaftshauses an der Otto-von-Guericke-Straße Lehrer dicht an dicht gedrängt standen und saßen, blieben viele Klassenräume in Magdeburger Schulen in den ersten beiden Unterrichtsstunden leer. In die Grundschule Hegelstraße zum Beispiel kam nur die Hälfte der Mädchen und Jungen. Die Kinder wurden beschäftigt, schauten unter anderem DVD. Auch am benachbarten Hegelgymnasium blieben nach Auskunft von Schulleiter Konrad Woitag "etliche" Schüler zu Hause. Dennoch konnte dort das Vorabitur geschrieben werden: "Das haben wir vorher organisiert."

Auch in der nächsten Woche müssen sich Schüler auf fehlende Lehrer einstellen. Für Mittwoch ruft die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft erneut zum Streik auf. Diesmal ganztägig. In den Schulen soll dennoch eine Betreuung für Schüler abgesichert werden.