Magdeburg | Die Band Kraftklub spielt am morgigen Sonntag, 8. März, ab 19.30 Uhr in der Stadthalle. Volksstimme-Redakteur Alexander Dinger sprach vorab mit Schlagzeuger Max Marschk über Erwartungen, Clubsterben und Pegida.

Volksstimme: Wieder ist euer Auftritt in Magdeburg - wie schon bei der letzten Tour - ausverkauft. Was hast du für Erinnerungen an Magdeburg?
Max Marschk:
Magdeburg war auf unserer letzten Tour einer der krassesten Auftritte. Es war - glaube ich - sogar im Rahmen unserer Mit-K-Tour unser größter Auftritt. An Magdeburg knüpfen wir also recht hohe Erwartungen. Auch weil das Publikum damals unheimlich mitgegangen ist. Das war ein ganz schöner Exzess.

Es gibt ja viele spektakuläre Bilder- von Pyrotechnik bis Konfettikanonen - von eurer aktuellen Tour. Was erwartet die Besucher denn in Magdeburg?
Ja, wir sind ein Wanderzirkus (lacht). Wer unsere Tour verfolgt hat, weiß, dass es dieses Mal eine Menge Überraschungen geben wird. Jede Menge Konfetti, allerhand Pyrotechnik, Crowdsurfing. Wir haben alles dabei. Das Magdeburger Publikum kann sich auf eine tolle Live-Show freuen, die auch anders wird als bei unserer letzten Tour. Ich möchte aber jetzt nicht zu viel verraten.

In "Meine Stadt ist zu laut" vom aktuellen Album "In Schwarz" geht es um Subkultur, die verdrängt wird, weil sich andere an ihr stören. Ein Problem, das auch in Magdeburg - wenn Clubs wegen Lärmbelästigung schließen müssen - bekannt ist. Ist das eine Sache, die ihr in der ganzen Republik beobachtet?
Ja, auf jeden Fall. Ob das nun in Berlin ist oder in Köln, wie kürzlich geschehen mit dem Gebäude 9. Es ist einfach schade, wenn Clubs verdrängt werden, weil sich andere Leute - die zum Teil früher selbst in die Clubs gegangen sind - an ihnen stören und jetzt ihre Ruhe haben wollen. Darum geht es in dem Lied.

Das kennt ihr ja aus eurer Heimatstadt. Euer Stammladen - das "Atomino" in Chemnitz - musste mittlerweile innerhalb weniger Jahre auch das vierte Mal umziehen.
Ja, wir kennen das Problem. Das macht die Sache für Kulturschaffende nicht einfacher. Ein neuer Standort bedeutet ja auch, nahezu bei null anzufangen. Das kann nervenaufreibend sein. Kulturelle Freiräume sind aber wichtig.

Ihr seid für Chemnitz zu einem Gesicht, zu einer Marke geworden. Ihr seid in der ganzen Republik und darüber hinaus bekannt. Inwieweit hilft euch das, etwa bei der Politik Gehör zu finden?
Ich denke schon, dass uns das hilft, Gehör zu finden. Man hört uns jetzt vielleicht schneller zu. Bei der Standortsuche des Atominos in Chemnitz hat die Stadt zum Beispiel geholfen. Dass der Club nun im Tietz (städtische Immobilie, d. Red) untergebracht ist, wäre ohne die Stadt nicht gegangen. Vielleicht sind das Anzeichen, dass sich etwas verändern kann.

Bei "Schüsse in die Luft" seid ihr explizit politisch. Es gibt von euch auch Videos, die euch auf Pegida-Gegendemos in Dresden zeigen. Habt ihr Angst, dass der Osten erneut in Verruf kommt, ausländerfeindlich zu sein?
Nein, haben wir nicht. Ich denke nicht, dass Pegida ein ostdeutsches Phänomen ist. Diese Geisteshaltung gibt es auch in anderen Städten wie Köln oder Dortmund. Aber es ist nicht die Mehrheit der Menschen, die so denkt. Es ist immer komisch, wenn manche Leute für komplexe Probleme einfache Lösungen präsentieren.