Magdeburg l Bis zum Ende dieses Jahres muss Magdeburg voraussichtlich Unterbringungsmöglichkeiten für rund 980 Asylbewerber und Flüchtlinge schaffen. Von dieser Zahl geht Simone Borris, Sozialbeigeordnete der Stadt, aus. Ob dieses Ziel zu erfüllen ist, sei noch offen. "Wir sind zurzeit verstärkt auf der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten, was allerdings ein nicht ganz einfaches Verfahren ist."

Es gebe ganz spezielle Voraussetzungen, die erfüllt sein müssten. Unter anderem Brandschutzrichtlinien, sanitäre Einrichtungen, Größe der Räumlichkeiten, aber auch, ob es im entsprechenden Stadtteil bereits Unterkünfte für Asylbewerber und Flüchtlinge gebe und wie das soziale Umfeld beschaffen sei.

Auf der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten wird die Stadt selbst aktiv, bekommt aber auch von Gebäudeeigentümern Angebote und Vorschläge. So etwa aus der Agnetenstraße. Für das dortige Wohn- und Gewerbegebäude gäbe es ein Angebot, dort Asylbewerber unterzubringen. Damit bestätigte Simone Borris eine Anfrage eines Volksstimmelesers und dortigen Gewerbetreibenden. Er habe an einer Begehung des Gebäudes am Donnerstag teilgenommen.

Das sei richtig, sagte die Sozialbeigeordnete. Polizei, Feuerwehr, Sozialamt, Bauaufsicht, Ordnungsamt und der Betreiber hätten sich die möglichen Räumlichkeiten angesehen. "Eine Entscheidung wurde nicht getroffen, das wird auch noch eine Zeit lang dauern. Erst müssen alle Einzelheiten geklärt werden, zu denen sicherlich auch die konkrete Situation in dem Gebäude gehört." Der Komplex besteht aus freien Wohnungen und vermietete Gewerberäumen.

Weitere Angebote gibt es unter anderem aus Fermersleben, Rothensee, Sudenburg, Stadtfeld Ost und Neu Olvenstedt, wie aus einer auf der Internetseite der Stadt veröffentlichten Stadtratsinformation hervorgeht. Allerdings sind darin keine Klarnamen zu finden. Der Grund ist klar: Unterkünfte für Asylbewerber zu finden, sorgt fast immer für öffentliche Diskussionen.

Darum hat sich Sozialbeigeordnete Simone Borris kürzlich mit allen GWA-Sprecherinnen und -sprechern aus den Stadtteilen zu einer Gesprächsrunde im Rathaus getroffen. Dabei sei es darum gegangen, Informationen auszutauschen, die GWAs zu informieren und möglichst frühzeitig für Transparenz zu sorgen.

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