Stadtfeld-West l "Hier geht es um etwas richtig Spannendes", eröffnete Bürgermeister Trümper sein Grußwort. Richtig spannend, damit ist die Junior- Ingenieur-Akademie an der Oskar-Linke-Gemeinschaftsschule gemeint, zu der gestern in der Aula der Startschuss gegeben wurde.

15 junge, technisch interessierte Schüler, darunter auch zwei Mädchen, der 8. Klasse werden vier Semester lang ein spezielles Programm zusätzlich zum Unterricht haben, in dem es - wie sollte es anders sein - um Technik geht. Zeitlich wird es als Angebot im Konzept der Ganztagsschule nach dem Unterricht laufen.

10 000 Euro hat die Deutsche-Telekom-Stiftung in das Projekt als "Anschubfinanzierung investiert", wie Sprecherin Sandra Heidemann erklärte. Vor einem Jahr hatte Schulleiter Karsten Krüger das Konzept für den praxisorientierten Zusatzunterricht bei der Stiftung eingereicht und prompt eine Zusage bekommen. "Ich hatte davon gelesen und wollte schon lange ein Konzept einreichen, das ging aber erst, als wir unsere Schulform wechselten", erklärt er.

Ein Konzept für vier Semester, also vier Halbjahre, aufzustellen, fiel dem Schulleiter nicht schwer, denn er begann einfach mit dem Ziel. "Es wurde sozusagen das Pferd von hinten aufgezäumt. Ein Bobby-Car so umzubauen, dass die Schüler motorisiert damit auf dem Schulhof bequem fahren können, soll am Ende von den Schülern selbst gefertigt werden", beschreibt er. Was dafür für Wissen, Anwendungsmöglichkeiten, Programme und handwerkliches Können nötig sind, das wird alles in den drei Semestern zuvor den Schülern vermittelt - und fertig war das Konzept.

Mit den 10 000 Euro wurden neun Unimat Maschinenbaukästen angeschafft aus denen die unterschiedlichsten Maschinen gebaut werden können. Von der Drehmaschine, über Fräs- und Drechselmaschine, Bohrwerk bis hin zur Stichsäge können die Schüler also auch ihr eigenes Werkzeug bauen, dass sie zur Fertigung benötigen. "Es gibt nur diesen einen Anbieter für solche Kästen und die Qualität der Maschinen ist bemerkenswert. Es kann sehr präzise gearbeitet werden, einziger Unterschied zur industriellen Fertigung ist die Größe. Es können eben nur kleine Teile hergestellt werden", erklärt Technik- und Informatiklehrer Krüger.

Die Schüler sind jetzt schon begeistert. "Auf einem BobbyCar zu fahren, das wäre schon cool. Das kriegen wir hin", sagt Ricardo Jenrich selbstsicher. Doch reizt ihn nicht nur die Fahrt auf einem motorisierten Bobby-Car. "Auch die Chance Firmen und berufliche Möglichkeiten kennenzulernen ist mir wichtig. Ich weiß, dass ich später einen technischen Beruf ergreifen möchte und kann mich so schon informieren und hinter die Kulissen schauen."