Magdeburg l Vereinzelt kursierten bereits am Montag in den sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook Meldungen über eine Wildschweinsichtung im Zentrum von Magdeburg. Nun bestätigte Jan Driesnack, Projektleiter bei der AG Wildtiere, den Fall. Der erfahrene Jäger war es auch, der die schwer verletzte 60-Kilo-Sau Montagnachmittag erlegte - per Hand, im Berufsverkehr, auf einer Straßenkreuzung.

Zuerst wurde das Tier auf der Sternbrücke gesichtet. Dann rannte das Wildschwein vorbei am "Hassel" in Richtung Sternstraße, wo es sich auf dem Betriebshof der Abfallwirtschaft an der Sternstraße verirrte. Auf dem Hof versuchten der von der Polizei alarmierte Jäger Jan Driesnack und ein Kollege das Tier zu erlegen. "Die Sau war schwer verletzt", sagte er der Volksstimme. Warum, ist unklar. Augenzeugen wollen gesehen haben, wie das Tier, das aus Richtung Stadtpark kam, von der Sternbrücke gestürzt sei. "Im Betriebshof hat uns die Sau sofort angegriffen", sagt Driesnack. Sein Kollege habe sich nur durch einen Sprung zur Seite retten können. "Ich musste mich mit einem Fußtritt schützen", sagt Driesnack.

Das Tier rannte in Richtung Gruson-Gewächshäuser. Dort kam es zum Zusammenstoß mit einem Fahrzeug. Als Driesnack eintraf, lag das schwer verletzte Wildschwein auf der Kreuzung. Ein Gebrauch der Schusswaffe kam nicht in Frage. "Wir können nicht mitten im Berufsverkehr scharf schießen", sagt Driesnack. Also erlegte er das Tier mit einem Messer auf der Kreuzung. "Das Tier hat nicht gelitten", sagt der erfahrene Jäger. Noch ist unklar, warum das Wildschwein durch die halbe Innenstadt rannte. "Das ist ein sehr ungewöhnlicher Fall, den ich so noch nie erlebt habe", sagt Driesnack. Wildschweine seien sehr standorttreue Tiere, die nicht am helllichten Tag in die Stadt rennen würden. Man müsse den Fall jetzt auswerten und herausfinden, was das Tier so aufgeschreckt habe, so der Jäger weiter.