An zwei Tagen hintereinander krachte es im Bereich der Straßenbahnhaltestelle am Zoo. Erst landete ein Auto wegen zu hoher Geschwindigkeit im Schaufenster einer Apotheke, dann rollte ein Anhänger gegen eine Hauswand.

NeueNeustadt l "Die hat ihn gestoppt", sagt Apothekerin Monika Frenzel und zeigt auf die umgeknickte Heizung. Wäre die dort nicht angebracht gewesen, wäre der Opel Astra mitten in den Verkaufsraum gerauscht. So ist sie mit einem "blauen Auge" und einer zerstörten Glasfront davongekommen. Nachdem diese noch in der Nacht einbruchssicher verschlossen wurde, konnte sie mit dem Aufräumen beginnen und am nächsten Tag bereits wieder öffnen.

Wie erst gestern bekannt wurde, war am Schöppensteg nicht nur am Dienstag ein Anhänger in eine Hauswand geknallt (Volksstimme berichtete). Bereits am Abend zuvor war ein 26-Jähriger mit seinem Auto durch das Gleisbett der MVB gefahren, hatte den Bordstein und mehrere Poller und Verkehrszeichen überfahren, eine erste Hausecke touchiert und war dann in der Apotheke von Monika Frenzel zum Stehen gekommen.

Helmut Berger wohnt über der Apotheke und wollte gerade ins Bett gehen, als er gegen halb elf den Knall hörte. "Ich bin gleich runtergelaufen, aber da waren schon mehrere Helfer gewesen. Dem jungen Mann hat nichts gefehlt", erzählt er. Er zeigt, wo das Auto genau zwischen zwei Schildpfeilern durchgefahren ist, um in der Wand seines Wohnhauses zu landen.

Während dort "nur" die Fassade und das Schaufenster in Mitleidenschaft gezogen wurden, sah es ein paar Meter weiter zunächst dramatischer aus. Dort war am Dienstag gegen 17 Uhr ein mit Bauschutt beladener Lkw-Anhänger in eine Hauswand gekracht. Er hatte sich zuvor im Haltestellenbereich aus ungeklärter Ursache von dem Fahrzeug gelöst. Nachdem die Feuerwehr den Hänger mit Hilfe von Krantechnik geborgen hatte, hieß es zunächst, dass das Wohn-und Geschäftshaus so schwer beschädigt wurde, dass sogar ein Einsturz drohte. Noch am Dienstagabend gab es eine Vor-Ort-Begehung durch das Bauordnungsamt. Wie Amtsleiter Hartmut Schütt gestern gegenüber der Volksstimme bestätigte, "gibt es von unserer Seite keine Anhaltspunkte dafür, dass eine Einsturzgefahr besteht". Somit gebe es auch keinen Anlass von Amts wegen einzugreifen. Dem Eigentümer wurde jedoch angeraten, einen eigenen Statiker zur weiteren Untersuchung des Schadens hinzuziehen, so Schütt.

Eine Nachricht, die auch Petra Kromke freuen wird. Sie wohnt direkt über der Stelle, an der der Hänger die Gebäudestütze beschädigte. Bis gestern Mittag hatte mit ihr noch niemand gesprochen, dafür gab es Anrufe von besorgten Bekannten, die das Unfallfoto in der Volksstimme gesehen hatten: "Steht euer Haus noch?" Zum Zeitpunkt des Unfalls war sie nicht zu Hause gewesen. Eine Frau, die die Blumen ihrer Nachbarn im Urlaub gießt, wurde zu dem Zeitpunkt nicht ins Haus gelassen: Einsturzgefahr.

Größtes Glück bei beiden Unfällen an der Zoo-Haltestelle im Schöppensteg: In beiden Fällen wurde niemand verletzt.

 

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