Großer Silberberg l Der Florapark war nach der deutschen Einheit das erste große Einkaufszentrum auf grüner Wiese in Magdeburg. Seit Öffnung 1993 "blühte" der Park mit seinen rund 90 Geschäften viele Jahre lang auf, wurde wöchentlich von Zehntausenden Kunden angenommen und ein starker Konkurrent zur Innenstadt. In den vergangenen zwei Jahren aber machte der Park am Olvenstedter Graseweg verstärkt durch Leerstände auf sich aufmerksam.

Geschäfte zogen um oder gar aus. Zuletzt strich der Schuhmarkt "Reno" die Segel. Die Geschäftsführung des Parkes vertröstete immer wieder auf einen Umbau mit neuer Mieterstruktur. Kunden und auch so mancher Ladenmieter sehen das kritisch, weil monatelang nichts passierte. Das Angebot verringerte sich.

Knappe Entscheidung im Bauausschuss
Jetzt soll ein Durchbruch geschafft sein. Nach einer mehrmonatigen Diskussion wurde im Bauausschuss des Stadtrates mit knapper Mehrheit (5:4 Stimmen) das neue Konzept für die "Revitalisierung des Floraparks" genehmigt. "Wir wollen bis zum Jahresende die nördliche Ladenzeile wieder voll vermietet haben", kündigte Till Armbrust von der Geschäftsführung des Floraparks an.

Im Mittelpunkt der Diskussionen hatte immer wieder das Sortiment und die Gesamtfläche gestanden und dahinter die Frage: Wird dem Park mehr Fläche für innenstadt-relevante Artikel zugestanden? Armbrust jedenfalls erklärt: "Wir halten uns auch künftig an die vorgegebenen Quadratmeter." Es werde nach dem Umbau nicht mehr Mode geben als zuvor.

In der Beschlussvorlage des Bauausschusses werden dem Florapark 24000 Quadratmeter "zentrenrelevanter Einzelhandel" zugebilligt. Diese Grenze werde auch weiterhin eingehalten, argumentierte Baubeigeordneter Dieter Scheidemann in dem Beschluss. Eine Verschiebung gibt es allerdings innerhalb dieser Grenzen in der Warengruppe "Schuhe, Bekleidung und Zubehör." Sie wird um 1486 Quadratmeter erweitert. Diese Fläche war ursprünglich für einen Sportfachmarkt vorgesehen, wird aber nicht mehr benötigt.

Erstes sichtbares Zeichen für den Umbau ist der Abriss einer Teilfläche des ehemaligen Baumarktes am nördlichen Eingang. Der Wintergarten wurde entfernt. Auf dieser Fläche siedelt sich der Discounter Aldi an, hieß es aus dem Florapark. Bis Herbst soll der Bau abgeschlossen sein. Zugänge gibt es jeweils von außen und aus der Ladenstraße.

In der benachbarten Ladenzeile Richtung Medimax laufen unterdessen weitere Vorbereitungen. Hinter den Staubschutzwänden werde schon kräftig gearbeitet, so Armbrust. Die Ladenflächen würden für die neuen Mieter hergerichtet. Einer der Hauptnutzer in diesem Bereich soll ein Textil-Discounter mit Outlet-Charakter werden, kündigte der Florapark an. In der Ladenzeile solle es weiterhin einen "bunten Mix" an Warenangeboten geben, so Armbrust. Zudem würden andere Hauptmieter wie Medimax oder Toys R Us dem Florapark erhalten bleiben. Ob "Reno" noch einmal zurückkehre, stehe noch nicht fest. Dieser erste Bauabschnitt solle bis Jahresende abgeschlossen werden. Die Baugenehmigung dafür werde in Kürze erwartet.

Kritisch sieht diese Entwicklung jedoch die IG Innenstadt. Das Sortiment schädige die Innenstadt. Zudem habe man sich gewünscht, in der entscheidenden Bauausschusssitzung eingeladen zu werden. "Der Investor wird in die Ausschusssitzung geladen. Aber wir haben unsere Argumente nicht vortragen können. Darin sehen wir eine Ungleichbehandlung", so Sprecher Arno Frommhagen. Der Florapark plant nach der ersten Revitalisierung weitere Bauabschnitte. Im nächsten Jahr soll bei laufendem Betrieb die mittlere Ladenstraße und danach die südliche Ladenstraße saniert werden. Dabei gehe es vor allem um Fußböden und Decken. Außerdem werden die Ladenzeilen etwa einen Meter nach vorn gezogen.

25 Millionen Euro sollen fließen
Insgesamt sollen 25 Millionen Euro über drei Jahre verteilt in den Park gesteckt werden. Hinter dem Florapark steht eine Luxemburger Gesellschaft und dahinter Investoren aus dem angelsächsischen Raum. Ob auch im Außengelände etwas passiert, bleibt offen. "Dazu können wir keine Aussagen treffen", sagte Armbrust. Viele Kunden bemängeln die enge und unübersichtliche Straßenführung auf dem Parkplatzgelände. Deshalb ecken regelmäßig Autos an den Bordsteinkanten an.

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