Magdeburg l Volksstimme Leser Martin Diesing ist gerade auf der Hubbrücke unterwegs gewesen, als er die beiden Wildschweine beobachtete. "Ich habe am Montag gegen 16.15 Uhr am östlichen Elbufer unterhalb des Funkhauses zwei Wildschweine mit großer Geschwindigkeit in Richtung Sternbrücke laufen sehen", berichtet er. Nach Unterquerung der Hubbrücke hätten sich beide Wildschweine in die Elbe gestürzt und seien unter der Hubbrücke zum westlichen Ufer geschwommen. "Im Bereich des Elbbalkons liefen sie direkt an der Mauer in südliche Richtung unter der Hubbrücke durch, bis sie am Schrägufer den Bereich der Elbe verließen", so Diesing weiter. Danach habe er die Spur der Tiere verloren.

Unglaubliche Szenen hatten sich Anfang vergangener Woche in Magdeburg abgespielt: Ein verletztes Wildschwein rannte durch die halbe Innenstadt, griff zwei Menschen an und wurde auf einer Kreuzung im Berufsverkehr erlegt - per Hand. Da die Tiere auch auf der Sternbrücke gesichtet wurden, ist es wahrscheinlich, dass sie am Schleinufer entlang bis zur Brücke rannten und dort möglicherweise wieder in den Stadtpark wollten. "Die Tiere waren mit hoher Geschwindigkeit unterwegs. Ich konnte noch beobachten, wie sie auf Passanten mit einem Hund getroffen sind. Passiert ist aber nichts", sagt Diesing.

Eines der beiden Tiere hatte sich später an der Sternstraße auf dem Betriebshof der Abfallwirtschaft verirrt. Auf dem Hof versuchten der von der Polizei alarmierte Jäger Jan Driesnack und ein Kollege das Tier zu erlegen. Der Jäger berichtete, dass das Tier da bereits verletzt war. Augenzeugen wollen gesehen haben, dass das Tier von der Sternbrücke gestürzt sei.

"Im Betriebshof hat uns die Sau sofort angegriffen", sagte Driesnack. Sein Kollege habe sich nur durch einen Sprung zur Seite retten können. "Ich musste mich mit einem Fußtritt schützen", sagt Driesnack.

Das Tier rannte danach in Richtung Gruson-Gewächshäuser (siehe Grafik). Dort kam es zum Zusammenstoß mit einem Fahrzeug. Als Driesnack eintraf, lag das schwer verletzte Wildschwein auf der Kreuzung. Ein Gebrauch der Schusswaffe kam nicht in Frage. "Wir können nicht mitten im Berufsverkehr scharf schießen", sagt Driesnack. Also erlegte er das Tier mit einem Messer auf der Kreuzung. "Das Tier hat nicht gelitten", sagt der erfahrene Jäger. Noch ist unklar, warum das Wildschwein durch die halbe Innenstadt rannte.

"Ich habe so etwas noch nie gesehen", sagte Martin Diesing. Auch er wisse nicht, was die Tiere so aufgeschreckt habe. Der Montag vergangener Woche war ein sonniger Tag. An den Elbufern saßen viele Leute. "Das haben bestimmt noch andere gesehen", sagt Diesing.

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