Magdeburg l Beim Gassigehen mit seinem Hund hat ein Magdeburger am vorigen Mittwochnachmittag beobachtet, wie Kinder über die Bögen der Elbbahnhofsbrücke geklettert sind und dies mit der Handykamera festgehalten. In schwindelnder Höhe balancierten die jungen Leute über den Bogen. Die Stadtverwaltung macht auf Nachfrage unmissverständlich klar: "Das Klettern auf den Bögen von Brücken in Magdeburg ist lebensgefährlich und verboten!" Wer erwischt wird, dem drohe ein Ordnungswidrigkeitsverfahren, berichtet Stadtsprecher Michael Reif.

Auch Rolf Onnen als Vorsitzender des Fördervereines für die Hubbrücke kann davon ein Lied singen. "Wir hatten permanent Leute auf dem Obergurt der Brücke", sagt er. Und selbst jetzt, wo die Zugänge zugeschweißt sind, gebe es immer wieder junge Leute, die auf die Brücke klettern. "Das lässt sich nicht verhindern, wir haben das als Jugendliche doch auch gemacht", erinnert sich Rolf Onnen, der hinter den Kletterversuchen auch Mutproben möglicherweise angetrunkener junger Leute vermutet. Rolf Onnen: "Aber das lässt sich nicht in den Griff kriegen, genauso wie die Sachbeschädigungen."

Auch der Stadtverwaltung ist das Problem bereits bekannt: Einige wenige Fälle seien gemeldet worden. Vor "längerer Zeit" seien Personen gesehen worden, die auf dem Stahlbogen einer anderen Elbbrücke gelaufen seien.

Wäre den Kindern, die auf den Brückenbögen geklettert sind, etwas geschehen, hätte die Stadtverwaltung keine Haftung übernommen. Die zulässige Nutzung einer Brücke beschränke sich auf Gehwege und Fahrbahnen. Nur hierfür bestehe im Rahmen der Baulast eine Haftung der Stadt, informiert Reif.

Brücke kann nicht zu 100 Prozent gesichert werden
Vielmehr seien hier die Eltern der Kinder und Jugendlichen gefragt, im Rahmen ihrer Aufsichtspflicht auf ihren Nachwuchs einzuwirken, diese lebensgefährlichen Aktionen zu unterlassen.

"An dem Bauwerk ist an den Bogenfüßen jeweils ein Aufstiegsschutz vorhanden", berichtet Reif. Doch dieser ließe sich überwinden. "Die Bögen von Brückenbauwerken kann man nicht vollständig und absolut sichern", heißt es aus der Verwaltung. "Vor allem aber sollte der gesunde Menschenverstand erkennen, dass Brückenbögen nicht zum Klettern gedacht sind", sagt Reif weiter. Eine permanente Überwachung der Brücken im Stadtgebiet könne vom Ordnungsamt nicht gewährleistet werden. Im Rahmen der allgemeinen Kontrolltätigkeit würden die Mitarbeiter des Ordnungsamtes jedoch auch auf diese Aspekte achten. Im Stadtgebiet gibt es einige Bereiche, die unter Einhaltung bestimmter Bedingungen zum Besteigen oder Erklettern freigegeben sind. Michael Reif: "Die Bögen von Brücken gehören aber nicht dazu!"

Auch die Polizei mahnt in diesem Zusammenhang, die Brücken nicht zu beklettern. "Bisher hatten wir damit noch keine Probleme, es ist auch nichts angezeigt worden", erklärt Pressesprecher Marc Becher gegenüber der Volksstimme. Auch Unfälle seien ihm nicht bekannt. Die Polizei sei immer da zuständig, wo Gefahr abgewehrt werden müsse. Spaziergänger, die dort Kinder klettern sehen, könnten durchaus die Polizei informieren, sagte Becher.

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