Werder l 1000 Euro für das Regenbogenhaus. "Das ist kein alltäglicher Betrag" sagt Gerhard Ackermann, Leiter des Regenbogenhauses, erfreut über den doch überraschenden Geld-regen. Auch wenn es aus Sicht von Sabine Kronfoth wohl eher eine Husche ist.


Die Spenderin und Adelheid-Preis-Gewinnerin engagiert sich seit Jahren für behinderte Menschen. Beispielsweise unterstützt sie den Behindertenbeauftragten der Landeshauptstadt und wurde als Mitglied der AG "Inklusion" in den Landesbehindertenbeirat von Sachsen-Anhalt berufen. Sabine Kronfoth schreibt, diskutiert, berät und schult. Ihr außergewöhnliches soziales Engagement wurde mit der Verleihung des Adelheid-Preises 2014 gewürdigt.

Nicht in Beton und Tapeten investieren
Das Preisgeld von 1000 Euro fließt nun in ein soziales Projekt. "Ich wollte nicht, dass es in Beton und Tapete investiert wird. Und bei einem behindertengerechten Ausbau einer Haltestelle wäre es auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen", sagt sie. Auch in ein eigenes Projekt hätte sie investieren können. "Aber da hätte ich gar nicht gewusst, wie ich mich entscheiden soll, ohne unfair zu sein", sagt sie.

Deshalb fiel ihre Wahl auf das Paritätische Regenbogenhaus. "Seit Jahren beobachte ich, dass das musiktherapeutische Angebot des Regenbogenhauses sehr erfolgreich ist. Musik und Klänge können Unglaubliches bewirken", ist sich die 52-Jährige sicher. "Ich erinnere mich sehr gern an das Projekt `Ich will mich` im Regenbogenhaus, von dem ich sehr beeindruckt war", sagt sie. Ein Projekt, in dem behinderte Menschen weniger Medikamente bekamen, dafür aber unter professioneller Anleitung ihren Tag gestalteten, dabei lernten und Ergebnisse sahen. "Ich habe gesehen, wie die Menschen sich da entwickelt haben. Die sehr guten Ergebnisse der Therapie dürfen nicht verloren gehen, nur weil es an der Finanzierung scheitert", so die Preisträgerin.

Gerhard Ackermann, Leiter des Regenbogenhauses, und Musiktherapeut Carlos Martinez entwickeln derzeit neue Ideen für das Therapieangebot. Und das Projekt, das mit dem Geld unterstützt werden soll, ist auch schon fertig konzipiert: ein Musiktheater mit einer selbst gestalteten Geschichte der Teilnehmer.

Dabei sollen die Teilnehmer nicht nur die Geschichte selbst entwickeln, sondern sich auch an einfache Instrumente wie Rahmentrommel, Obertonflöte, Ukulele und Cabasa trauen.

Mit Musik, aber auch mit Bühnengestaltung soll gearbeitet werden. "Abschließend wird eine Performance einstudiert, die dann auch gezeigt werden soll", so Martinez. Wann steht im Grunde genommen auch schon fest: "Im September findet die Feierlichkeit zum 30. Geburtstag des Regenbogenhauses statt, hier soll das Ergebnis präsentiert werden", erklärt Gerhard Ackermann. "Ein Endprodukt, auf das man zurückschauen kann, und das den sozialpädagogischen Charakter der Projektarbeit greifbar macht", fährt Ackermann fort.

Die Erfahrung solcher Projekte zeigt, dass die Arbeit mit Instrumenten besonders für die Bewohner mit eingeschränkter Sinneswahrnehmung eine Bereicherung ist. Neben der puren Freude am Musizieren werden mit Hilfe der Musik die Selbstständigkeit, der Ausdruck von Gefühlen und auch die Beziehungsfähigkeit der Bewohner gefördert.