Altstadt l "Noch ein bisschen nach unten, noch ein bisschen zu mir" Klaus Zimmermann ist Bürgermeister und Finanzbeigeordneter. Gestern ist er am Breiten Weg 31 aber in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Kuratoriums zum Wiederaufbau des Katharinenportals erschienen. Der Anlass: Das Bronzemodell der Kirche schwebt, gehalten vom Arm eines Krans, wieder vor dem Katharinenturm ein. Und die Mitglieder des Kuratoriums packen selbst mit an, als es um die letzten Zentimeter über der Platte für das Kirchenmodell geht.

Der Vorsitzende des Kuratoriums erläutert: "Wir sehen die Rückkehr des Modells und das für den 11. April geplante Frühlingsfest am Katharinenturm als Start in eine neue Etappe unserer Spendensammlung." Das Modell erinnert ebenso wie weitere Bronzeabbilder in Magdeburg an Originalstandorten an die Zerstörung der jeweiligen Kirchen im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit. Das von der Katharinenkirche war aber im Oktober 2012 verschwunden. Es musste eingelagert werden, damit es während des Umbaus des alten Hauses der Lehrer zum Katharinenturm nicht beschädigt wird und damit die Bauleute genug Platz zum Arbeiten haben.

Heinrich Sonsalla ist Geschäftsführer der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg, die den benachbarten Katharinenturm nach Jahren des Leerstands zum Leben erweckt hat. Der Wobau-Chef engagiert sich ebenfalls im Kuratorium und sagt: "Die Arbeiten an Ver- und Entsorgungsleitungen südlich des Katharinenturms sind abgeschlossen und das Fundament für das Portal ist fertiggestellt. Damit ist die Baustelle an dieser Stelle erst einmal Geschichte, und das Kirchenmodell erinnert wieder an die Geschichte dieses Teils der Altstadt." Und, so betont Klaus Zimmermann, es vermittelt einen ganz anderen Eindruck von der historischen Ansicht als die Bilder, die beispielsweise im Katharinenturm zu sehen sind.

Die Spendenuhr auf der Internetseite des Kuratoriums zeigte gestern einen Spendenstand von 45 000 Euro an. Klaus Zimmermann: "Einen herzlichen Dank schon einmal an dieser Stelle allen Spendern und Firmen, die uns unterstützt haben."

Fehlen dennoch 155 000 Euro. Das ist eine Menge Geld, das aber dringend notwendig ist. So hatte sich schon der Bau des Fundaments in die Länge gezogen: Gemeinsam mit den Städtischen Werken Magdeburg mussten die beteiligten Firmen nach Ideen suchen, wie Leitungen nach unterschiedlichen Industrienormen miteinander verbunden werden können. Da waren Maßanfertigungen gefragt. Heinrich Sonsalla: "Diese Arbeit war sehr schwierig, und ohne das Engagement aller Beteiligten hätte das kaum funktioniert. Notwendig war diese Vorbereitung, da das Portal direkt über den Leitungen errichtet wird."

Derzeit laufen die Detailplanungen, der Bauantrag ist in Arbeit, die einzelnen Segmente des Portalpuzzles werden vorbereitet. Hinter zwei Säulen neben dem Katharinenturm, die mit Tafeln mit Informationen zum Bauwerk verkleidet sind, befindet sich bereits die Bewehrung, die der Betonstütze Halt geben soll. An dieser wird seinerseits das neun Meter hohe Portal befestigt, das Fußgänger auch zwischen Breitem Weg und Margarethenstraße der Verbindung zur Weitlingstraße - durchqueren können.

Wir müssen rund 80 einzelne Teile des Portals restaurieren und an seinen künftigen Standort anpassen."
Hans-Jörg Schuster, Unternehmer, Vorstandsmitglied im Kuratorium zum Wiederaufbau des Katharinenportals

Hans-Jörg Schuster, ebenfalls Vorstandsmitglied im Kuratorium, sagt: "Wir müssen rund 80 einzelne Teile des Portals restaurieren und an seinen künftigen Standort anpassen." Im Wesentlichen können die Originalsteine aus der Katharinenkirche genutzt werden, einzelne fehlende Teile müssen neu angefertigt werden.

Nach wie vor befindet sich übrigens eine Nacharbeit der Skulptur der heiligen Katharina in der Filiale der Stadtsparkasse Magdeburg am Alten Markt. Die steinerne Dame mit mehreren Hundert Kilo Gewicht sitzt dort seit einigen Monaten als Reklame für die Spendensammlung des Kuratoriums. Sie wird es auch sein, die nach Fertigstellung des Portals auf diesem thronen wird. Gut zu erkennen sind Portal und Skulptur auch auf dem gerade wieder aufgestellten Bronzemodell am Breiten Weg 31. Das Originalkunstwerk mit dem Bildnis der heiligen Katharina in Sandstein soll aus denkmalschützerischen Gründen nicht wieder der Witterung im Freien ausgesetzt werden.