Magdeburg l Ein kleines bisschen feierlich durfte es Mittwochnachmittag in der Leitstelle der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) schon sein: Verkehrsminister Thomas Webel war angereist, um gemeinsam mit MVB-Geschäftsführerin Birgit Münster-Rendel Hand in Hand den symbolischen roten Knopf zu drücken und das neue Leitsystem in Betrieb zu nehmen.

Damit haben die beiden nicht zuletzt die Echtzeit-Anzeige an den mit elektronischen Tafeln ausgestatteten Haltestellen in Betrieb genommen. Der Vorteil für Fahrgäste: Sie sehen jetzt nicht mehr, wann die Bahnen laut Plan kommen sollen, sondern wann sie tatsächlich erwartet werden. Möglich ist dies dank einem System, das den Weg der Fahrzeuge digital und per Satellitenortung via GPS verfolgt. Minister Webel: "Wir möchten damit die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs steigern." Daher trägt das Land auch 1,3 der 1,6 Millionen Euro, die bislang investiert wurden. Birgit Münster-Rendel lobt an dem neuen System neben dem Komfort für die Fahrgäste auch eine klare Verbesserung der Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter.

Weiterer Pluspunkt für die Passagiere: Wenn einmal eine größere Störung zum Beispiel aufgrund eines Unfalls vorliegt, kann das angezeigt werden. Für einzelne Ausfälle wird es das wohl aber nicht geben.

Wie der Test zeigte, funktionierte das am Mittwoch schon an vielen Stellen kurz nach dem Start recht gut. Misstrauen war angebracht, wenn für eine Bahn nach wie vor eine Uhrzeit und nicht die Dauer bis zur Ankunft angezeigt wurde. Irritierend: Es gibt keine "0 Minuten". Sprich: Selbst wenn die Bahn gerade die Türen zur Abfahrt schließt, wird noch eine Minute auf der elektronischen Tafel angezeigt.

Und wie geht es weiter? Ab Mai sollen auch die Busse in das System integriert werden. Pro Jahr werden zudem rund 50 neue Tafeln für Haltestellen gekauft. Zum Beispiel fehlt noch die große für den Alten Markt geplante Anzeige. Kostenpunkt für die kleinste Variante einer Elektro-Tafel: 10 000 Euro. Nicht enthalten sind in diesem Preis die Kosten für die Tiefbauarbeiten für den Mast und für den Strom. Selbst wenn von diesem im Vergleich zum Bedarf der Straßenbahnen nur minimale Mengen verbraucht werden, ist Sparsamkeit angesagt: Moderne LED-Technik, die sich auch an die Helligkeit der Umgebung anpasst, kommt hier zum Einsatz. In Tafeln am Damaschkeplatz wird vor dem Tunnelbau nichts mehr investiert.

Weiteres Geld fließt zudem in das System, da künftig auch Weichen entsprechend der Linie, auf der die Bahnen gerade unterwegs sind, automatisch gestellt werden sollen. Noch Zukunftsmusik ist das Ticket via Mobiltelefon.

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