Rothensee l Die Fenster undicht, die Toiletten aus DDR-Zeiten, Wasserflecken an der Decke - die Kita in der Badeteichstraße hat ihre besten Tage lange hinter sich. Nicht ohne Grund steht die Einrichtung der Johanniter an oberster Stelle der Prioritätenliste der Stadt für Kita-Sanierungen mit Hilfe von Stark III-Fördermitteln. Wann es damit losgeht und wann die Kinder in ihr Ausweichquartier umziehen müssen, sollte Magdeburgs Sozialbeigeordnete Simone Borris am Montag bei der Sitzung der AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Rothensee erklären.

Da die Stadt dabei aber auf die - bis jetzt noch ausstehende - Bewilligung der Gelder vom Land angewiesen ist, konnte sie noch gar keine definitive Aussage dazu treffen. Spätestens im April 2016 solle es aber einen Bescheid geben, habe man ihr zugesagt. Da die Rothenseer Kita Platz 1 in der Sanierungsrangliste einnimmt, rechnet sie auch fest mit einer Zusage. "Ob das Land aber unserer Reihenfolge folgen wird, wissen wir nicht", warnte sie jedoch auch. Die konkrete Planung für den Umbau soll bereits in diesem Sommer beginnen, erklärte Winfried Overmann vom Eigenbetrieb Kommunales Gebäudemanagement (KGM). Geht man von einem Baubeginn in 2016 aus, wäre die Sanierung aufgrund des Umfangs der Arbeiten erst Ende 2017 beendet.

Bis dahin sollen die Rothenseer Kinder in den Kannenstieg umziehen. Die ebenfalls in die Jahre gekommene Einrichtung in der Helene-Weigel-Straße wird derzeit bereits als Ausweichquartier vorbereitet. "Für eine temporäre Nutzung von 3, 4 Jahren wird das sehr ordentlich", versprach Overmann. Nachdem zunächst die "Bussi Bären" aus dem Neustädter Feld während der Sanierung ihres Daches bis Ende 2015 einziehen, sind danach die Kinder aus der Badeteichstraße dort für mehrere Monate zu Hause.

Simone Borris konnte mit ihrer Antwort zur Kita-Sanierung gleich zwei Themen in einem Abwasch erledigen. Denn auch die Zukunft des örtlichen Jugendklubs, dem Schülertreff der Jungen Humanisten e. V., ist unweigerlich mit der der Kita verbunden.

Beide Einrichtungen sind im gleichen, über 30 Jahre alten und äußerst maroden Gebäude untergebracht. Fließen die Fördermittel für die dringend notwendige Sanierung, müssen beide raus, aber nur die Kita kann wieder zurück. Ein Ausweichstandort für die Jugendlichen muss deshalb schnell her. Die beste Nachricht hatte Kerstin Reibold vom Jugendamt für die Mitarbeiter und Jugendlichen parat: Der Standort Rothensee ist in der neuen Jugendhilfeplanung auf jeden Fall festgeschrieben. Nur wo genau, muss bis zu deren Stadtratsbeschluss im Herbst noch geklärt werden. Einziges infrage kommendes Objekt in Rothensee ist offenbar der leerstehende Neubau an der Grundschule. Entsprechende Umzugs- und Mobiliarkosten würden dann auch finanziert.