Magdeburg l Wie die Volksstimme im März berichtete, hat der freie Träger der Jugendhilfe, "Die Brücke Magdeburg", eine Anfrage zur Übernahme der städtischen Einrichtung gestellt. Laut eines Konzeptes sollen Jugendclub und Werkstätten, die bereits im Stadtteil angeboten werden, sowie das Familienzentrum im Birkenweiler am Rennebogen unter ein Dach ziehen. Nach Bekanntwerden des Vorhabens haben sich Akteure aus Neu-Olvenstedt zu Wort gemeldet, welche den Plänen skeptisch gegenüberstehen. Die SPD-Stadtratsfraktion hat nun einen Antrag auf den Weg gebracht, der den Erhalt des offenen Angebots im Kinder- und Jugendbereich in der Kümmelsburg einfordert.

Das Kinder- und Jugendhaus habe sich über die Jahre im Stadtteil Neu Olvenstedt etabliert. Etwa 15 000 Besucher würden pro Jahr Angebote wie Kindertheater, Ballett- und Tanzgruppen, Kreativwerkstatt und Computerkabinett nutzen. Diese Angebote seien laut Antrag unverzichtbar. Deshalb setze man sich ein, dass die Angebote "auch bei einem möglichen Trägerwechsel in der bisherigen Form erhalten werden. Des Weiteren soll die bewährte Zusammenarbeit mit Gruppen und Vereinen, die derzeit Räume der Kümmelsburg nutzen, gewährleistet bleiben", so Stadtrat Burkhard Lischka. Wie dies in der Praxis aussehen soll, beantwortet die Fraktion auch gleich. Demnach muss der Erhalt der Angebote und räumlichen Nutzung vertraglich zwischen Brücke und Stadt festgehalten werden. Bei der nächsten Sitzung des Stadtrates am 16. April soll der Antrag ein Thema sein.

Am 22. April lädt die Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Neu-Olvenstedt zu einer Zusammenkunft in die Kümmelsburg ein. Beginn ist um 17 Uhr, so Sprecher Matthias Gehrmann. Mit Vertretern des Stadtrates soll über die Zukunft des Hauses diskutiert werden.

Übrigens: Dass Angebote im Kinder- und Jugendbereich bei einer möglichen Übernahme durch die Brücke wegfallen würden, ist nicht ganz richtig. Der Verein betreibt im Stadtteilzentrum am Bruno-Taut-Ring mit dem "Klub im Keller" einen Jugendclub. Bewährte Angebote der Kümmelsburg sollen bei einem Umzug übernommen werden, hieß es.