Magdeburg l Seine Feuertaufe erlebt das im vergangenen Jahr am Kinderstrand neu errichtete Kassenhaus mit Umkleiden und Toiletten mit dem Start der Freibadsaison im kommenden Monat. Eigentlich sollte dann auch das marode Gebäude am schmalen Hauptstrand mit Fördermitteln aus dem Programm "Soziale Stadt" abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Diesen bereits vor mehr als zehn Jahren erdachten Plan will die Stadtverwaltung nun aber abblasen. Grund sind u.a. sinkende Besucherzahlen. Orientierte man sich damals noch an Spitzenwerten zwischen 50000 und 60000 Badegästen, lagen die Bilanzen der vergangenen Jahre teilweise deutlich unter der 40000er-Marke. Einnahmen von maximal 100000 Euro stehen doppelt so hohen Ausgaben gegenüber, die durch das zusätzliche Haus noch steigen würden, argumentiert die Stadt. Weil außerdem nur noch die Hälfte an Mitarbeitern im Einsatz sei, bräuchte man auch weniger Räume für sie.

Stattdessen sollen nun u.a. eine Lagerhalle mit Werkstatt, eine überdachte und verschließbare Rettungsbootanlegestelle, ein Rettungsposten und zwei Außenduschen neu angelegt werden. Dafür wäre nach dem Neubau des Funktionsgebäudes kein Fördergeld mehr übrig gewesen. Als Alternative für die wegfallenden Sanitäranlagen soll während des Sommers ein kostengünstiger Container aufgestellt werden.

Laut Kostenschätzung des beauftragten Planers würden dafür nur 364000 Euro benötigt, was im Vergleich zum ursprünglich geplanten Neubau eine Ersparnis von einer Viertelmillion Euro einbringen würde. Am Kinder- und FKK-Strand wurden seit 2011 bereits 900000 Euro für Sanierung bzw. Neubau ausgegeben.

Das alte Gebäude am Hauptstrand soll sofort nach der Badesaison abgerissen werden. Die Planung für die Aufwertungsmaßnahmen soll nach dem Stadtratsbeschluss voraus- sichtlich am 7. Mai beginnen.