Magdeburg l Erzieherinnen und Sozialpädagogen im Ausstand: Mehr als 200 Teilnehmer, darunter zahlreiche solidarische Eltern mit ihren Kindern, folgten dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi und fanden sich heute Morgen im Streiklokal im Magdeburger Gewerkschaftshaus ein. In der Landeshauptstadt blieben drei Kindertagesstätten und zahlreiche Kinder- und Jugendclubs geschlossen. Aus den Burger Kindertagesstätten kam eine 20-köpfige Abordnung nach Magdeburg, während die Kollegen zu Hause eine Notbetreuung der Kinder aufrecht erhielten.

Die Stimmung im Magdeburger Streiklokal ist kämpferisch. Eine Ansicht eint alle Streikenden: Die Arbeit des Betreuungspersonals in Kindergärten, Krippen, Horten und anderen Einrichtungen der Kinder- und Jugendbetreuung würde deutlich zu gering geschätzt und deutlich zu gering honoriert. Erzieherinnen beklagen ein ständiges Wachstum an Aufgaben in den vergangenen Jahren bei sinkendem Zeitbudget und wachsenden Herausforderungen bei der Betreuung von Kindern aus problematischen Familienverhältnissen.

Mit dem Streik will Verdi eine neue Einordnung von Erzieherinnen im Tarifgefüge des öffentlichen Dienstes erzwingen. Sie würde bei tariflich Angestellten das Einkommen um durchschnittlich 10 Prozent erhöhen. Das Problem: Die große Mehrheit der über eintausend Erzieher und Erzieherinnen in Magdeburg ist bei freien Trägern angestellt und wird nicht nach Tarif, sondern in der Regel deutlich darunter, entlohnt. Die streikenden Erzieherinnen aus den drei kommunal geführten Kitas in Magdeburg hoffen gemeinsam mit Verdi im Fall erfolgreicher Verhandlungen auch auf eine Besserstellung der Kolleginnen bei freien Trägern.