Magdeburg l Thomas K. soll von April 2012 bis Februar 2014 Kinder seiner damaligen Lebensgefährtinnen missbraucht haben. Der 30-Jährige legte gestern am ersten Verhandlungstag vor der 2. Jugendschutzstrafkammer des Landgerichts Magdeburg ein umfassendes Geständnis ab. Ein Urteil liegt noch nicht vor. In dem Fall sollen noch weitere Zeugen gehört werden.

Es waren erschütternde Details, die Thomas K. am Landgericht bei seinem Geständnis vortrug. Der 30-Jährige sprach umfassend über seine Taten, da er sich so ein milderes Strafmaß - zwischen vier und fünf Jahren - erhofft.

Er schilderte, wie er die neunjährige Tochter seiner damaligen Freundin Stefanie Müller* mehrfach mit der Hand missbraucht habe - in der Wanne, im Bett, vor dem Fernseher. Häufig passierten die Taten in Abwesenheit der Mutter. "Ich weiß auch nicht, warum ich das getan habe", sagte er mit ruhiger Stimme und ohne sichtbare Emotionen. Der Missbrauch wurde erst bemerkt, als die Mutter einmal zufällig ins Zimmer kam und Thomas K. gerade dabei war, die Neunjährige vor dem Fernseher zu missbrauchen.

Stefanie Müller verließ Thomas K. und erstattete Anzeige. Vor Gericht gab sie unter Tränen an, dass sie damals geschockt gewesen sei. Ebenfalls unter Tränen erzählte sie, dass auch sie von ihrem Stiefvater als Kind missbraucht worden war und sie so etwas Thomas K. nicht zugetraut hätte. "Er war so nett und verständnisvoll", sagte sie. Warum sie nach der Tat noch einmal mit dem geständigen Sextäter eine kurze Beziehung einging, konnte nicht geklärt werden.

Nach der Anzeige wurde Thomas K. im Mai 2012 verhaftet. Er saß auch mehrere Monate im Gefängnis - aber nicht wegen des Missbrauchs, sondern wegen nicht bezahlter Schulden.

Vor Gericht gab Thomas K. den Missbrauch weiterer Kinder zu. Er berichtete, Ende 2013 und Anfang 2014 die 13- und 7-jährigen Töchter einer Freundin, bei der er kurz lebte, missbraucht zu haben. Es soll unter anderem zum Missbrauch unter der Dusche und im Bett des 13-jährigen Mädchens gekommen sein. Entdeckt wurden die Taten nur, weil die 13-Jährige sich ihrer Mutter anvertraute. Warum Thomas K. mit den Kindern in einem Bett schlafen und gemeinsam duschen durfte, ist noch völlig unklar.

Tomas K., selbst Vater zweier Kinder, ist mittlerweile zu seiner neuen Freundin in den Landkreis Anhalt-Bitterfeld gezogen und hat nach eigenen Aussagen sein "altes Leben" in Magdeburg hinter sich gelassen. Nun wolle er reinen Tisch machen. "Ich habe nicht nachgedacht. Mein Leben war ein Chaos", sagte Thomas K., der bis zum Haftantritt weiter bei seiner neuen Freundin lebt, der er nach eigenen Angaben von seinen Taten erzählt hat.

*Name geändert