Magdeburg l Ihre neue Bleibe sei viel schöner als die alte, sagt Bärbel Dittmar. Endlich hat sie Strom und fließendes Wasser. "Jetzt bin ich froh, dass ich nicht mehr hier am West- ring wohnen muss", sagt sie. Die Magdeburgerin war eine von mehreren vergessenen Mietern, die seit Jahren unter erbärmlichen Bedingungen im Westring lebten. Vergessen von der Stadt und der Haus-Eigentümerin. Nun hilft sie einem anderen Bewohner, der auch noch in dem Haus wohnt, beim Umzug. "Nächste Woche sollen hier alle raus sein", sagt Dittmar.

Denn die Westring-Platte hat mit der Leilo.de Immobilien Verwaltungs GmbH aus Leipzig einen neuen Verwalter. Vertreter des Unternehmens waren bereits vor Ort, berichtet Dittmar.

"Wir wollen den Westring sanieren", sagte Firmen-Inhaber Karsten Tran der Volksstimme. Derzeit würden noch Ersatzwohnungen für die noch verbliebenen Mieter gesucht. Wenn der Block leer sei, würde das Haus gesichert und danach mit der Sanierung begonnen werden. Einen genauen Zeitpunkt für den Baustart könne man aber nicht nennen, so Tran weiter.

Ende Juli vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass in dem Block Asylbewerber untergebracht werden sollen. Erst aus der Volksstimme hatte die Stadt erfahren, dass in dem Haus aber noch Leute wohnen. Unterrichtet über die katastrophalen Zustände rückten damals sogar Mitarbeiter des Gesundheits- und Veterinäramtes an, um den Plattenbau genauer zu untersuchen.

Nach mehreren Krisengesprächen rückte die Stadt schließlich von ihren Plänen ab, das Haus von der Leipziger Eigentümerin zu mieten und für die Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen zu nutzen.

Gestern wollte im Rathaus bis Redaktionsschluss niemand die neuen Sanierungspläne für den Westring kommentieren.

 

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