Magdeburg l Es war als Experiment geplant und hat funktioniert. Die Macher der HO-Galerie wollten zwar durchaus Jubiläum feiern, aber dann doch nicht einfach mit "Sektchen und Schnittchen" und vielleicht einer Musiktruppe, sondern anders. Die Kunst sollte im Mittelpunkt stehen. So haben Volker Kiehn und Sebastian Herzau ihre Galerie einfach für einen Nachmittag zur "offenen Bühne" gemacht. Jeder, der wollte, konnte ein eigenes Kunstwerk vorbeibringen und präsentieren.

Um 16 Uhr ging es los, und um 18 Uhr waren die Räume der Galerie bereits mit über 50 Kunstwerken - meist Bilder, einige Skulpturen und Installationen - gefüllt. Aus Magdeburg kamen die Künstlerinnen und Künstler, aber auch aus der Region, viele aus Halle. Jeder musste sein Werk selbst aufhängen und beschriften, Hammer und Schreibmaschine standen dafür bereit. Entwickelt hat sich so eine interessante Ausstellung aus verschiedensten Kunststilen, von Symbolismus über Realismus bis hin zu Ethno und solidem Kunsthandwerk. Regeln gab es für die Künstler im Grund keine, Kiehn und Herzau behielten sich nur vor, "die Platzierung einzelner Kunstwerke zu untersagen, sollte eine Gefahr für die Besucher - physisch oder psychisch - entstehen". So stand es auf einem Merkblatt.

Und das Jubiläum? Für Volker Kiehn ist der Tag eine kurze Rückschau auf die vergangenen zehn Jahre HO-Galerie wert. Man habe versucht, dem Stadtteil Westerhüsen, der (noch) nicht gerade zu den Vorzeigestadtteilen von Magdeburg gehöre, mit Hilfe von Kunst zu einem neuen Profil mit zu verhelfen. Und eigentlich sei das auch gelungen. Denn neben der HO-Galerie sei aus diesem Versuch immerhin auch der Salbker Turmpark mit hervorgegangen. Folglich: "Eine positive Bilanz."