Magdeburg l Ob Motoröl wechseln, Zündkerzen austauschen oder Bremsbeläge erneuern, Horst Henke hatte schon immer ein Faible fürs Schrauben. Heute wird der bekannte Autohändler aus der Babelsberger Straße 80 Jahre alt. Am 16. April 1935 ist Horst Henke in Polen geboren. Mit sechs Jahren flüchtet seine Familie mit dem Pferdewagen nach Ribnitz. Der Vater kehrt nicht aus dem Krieg zurück. Später zieht die Mutter mit den Kindern nach Königsborn.

Der 80-Jährige startete seine Karriere 1949 mit der Ausbildung zum Kfz-Schlosser in der Otto Anger GmbH, wird Geselle beim Kraftfahrzeug Instandsetzungs-Kombinat. 1958 lernt er seine Ehefrau Bärbel, geborene Jacobs, kennen. Der Familie gehörte das Eckgrundstück an der Babelsberger Straße, wo die Familie Henke heute ihren Unternehmenssitz hat.

1960 heiraten Bärbel und Horst Henke. Ein Häuschen in Neugrüneberg wird bezogen. Schnell erwartet die Familie Zuwachs, die Tochter Steffi wird geboren, zwei Jahre später folgt Gabi, 1970 wird Torsten geboren. "Mein Vater war drei Tage beschwipst, so glücklich war er über die Geburt seines Stammhalters", erzählt Gabi Henke mit einem Lachen. Die Inhaberin eines Kosmetikstudios kann sich an einige amüsante Anekdoten mit ihren Vater erinnern: "Als wir klein waren, hat er unseren Schlitten ans Auto gehängt und ist mit uns über den verschneiten Acker gefahren." Auch das Autofahren brachte Horst Henke seiner Tochter bei und ließ sie ohne Führerschein ans Steuer. "Er ist ein toller Vater", schwärmt Gabi Henke, die ihren Vater immer in der Werkstatt geholfen hat: "Ich wollte mich vor der Hausarbeit drücken und hatte die perfekten kleine Hände zum Schrauben."

Auch wenn Horst Henke stundenlang seiner Berufung nachging, ein Sammler von Motorrädern oder Autos war er aber nie, sagt Torsten Henke. Die Familie besaß generell nur ein Auto. "In der Garage steht heute nur ein alter Wartburg, den die Familie sich 1986 gekauft hatte. Seit der Wende steht der Wagen still", weiß Gabi Henke.

1990 macht sich Horst Henke selbstständig und ging als Ein-Mann-Betrieb in der Babelsberger Straße an den Start. Er machte ramponierte Fahrzeuge wieder fit und verhalf seinen Kunden außerdem zu einem neuen fahrbaren Untersatz - damals noch Toyota. 1993 erhält er einen Händlervertrag von Rover. Zu diesem Zeitpunkt steigt auch sein Sohn in den Familienbetrieb ein. Torsten Henke wollte ursprünglich andere Wege gehen. Nach der Schule begann er eine Ausbildung zum Tischler, denn er hatte im Gegensatz zu seinem Vater immer mehr Spaß bei der Arbeit mit Holz als beim Schrauben an Karossen.

Was Anfang der neunziger Jahre als kleiner Familienbetrieb startete, ist in den Jahren gewachsen. 1996 wurden auf dem Familiengrundstück der Schwiegereltern an der Babelsberger Straße die alten Wohnhäuser abgerissen und ein Autohaus gebaut, welches im September 1997 eröffnete. Gleichzeitig entstand eine Filiale in Ottersleben.

Horst Henkes Hobby ist seine Arbeit, und ausleben will er das solange er kann, ist sich seine Familie sicher. Heute ist er nicht mehr der Geschäftsführer des Autohauses, sondern Angestellter. Vier Stunden am Tag steht er jeden Tag im Familienbetrieb. "Keiner will ihn missen", sind sich die Kollegen einig, die ihn als bodenständig, loyal und warmherzig beschreiben und ihm an dieser Stelle herzlich zum 80. Geburtstag gratulieren.

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