Magdeburg l "Weske und die Ahnfrau von Randau" feiert am 24. April, 19 Uhr, in der Festung Mark Premiere. Der Bezug zur Stadt ist Elaine Schmidt bei ihren Produktionen für den Theaterjugendclub stets wichtig. "Die Themen sollen eine Relevanz für die Bewohner haben", sagt die Theaterpädagogin, die für die Eigenproduktionen noch ganz andere handfeste Gründe anführt: "Letztlich ist auch die Rechtefrage einfacher, ein Budget für Tantiemen haben wir nicht."

Und so schreibt Elaine Schmidt, die ihre Qualitäten jüngst auch als Regisseurin der Kinderoper "Zorro" unter Beweis stellte, ihren jugendlichen Spielern häufig Stücke auf den Leib und inszeniert in der Regel selbst. Während beim "Roten Horn" die Elemente des Musicals mit den schmissigen Melodien des Chordirektors den Zugang zur lokalen Sagenwelt öffneten, ist es jetzt besonders die Sprache, die die studierte Germanistin an dieser Arbeit mit den sieben jungen Spielern im Alter von 14 bis 36 Jahren interessiert. "Die Auseinandersetzung mit dieser Kunstsprache, die den Jugendlichen sonst ja kaum noch begegnet, soll ihnen aufzeigen, was allein durch sprachlichen Ausdruck erzählt werden kann."

Eine tragische Liebe steht im Mittelpunkt des Stückes

Im Mittelpunkt des Historienspiels "Weske und die Ahnfrau von Randau" steht die tragische Liebesgeschichte des Schultheiß und Kürschnermeisters Weske aus dem 13. Jahrhundert mit einer in der Raubritterburg der Ritter zu Randau gefangen gehaltenen Gräfin. Den Magdeburgern, die gegen die plündernden Raubritter ins Feld ziehen, gelingt es zwar, ihre Unabhängigkeit zu erkämpfen, aber die düstere Prophezeiung des Geistes der Ahnfrau von Randau geht für das Liebespaar in Erfüllung. Elaine Schmidt geht es bei der Inszenierung der regional verorteten Sagengeschichte weniger um eine Reproduktion von Vergangenem als um die Darstellung universeller Konflikte.

Da der Jugendclub einerseits ein äußerst schmales Budget hat, Elaine Schmidt andererseits mit den Akteuren gern die enge Podiumbühne im Opernhaus verlässt, lagen die Gewölbe der Festung Mark als Spielort auf der Hand. "Ein idealer Ort, um die Eroberung einer Burg vorstellbar zu machen und ohne aufwendigen Bühnenbau eine historische Kulisse gleich dazu", schwärmt die Regisseurin.

Nach der Premiere gibt es noch drei Vorstellungen am 25. und 26. April. Karten sind an der Theaterkasse oder direkt in der Festung Mark erhältlich.