Magdeburg l Für manche Fans des Halleschen FC wird das Derby gegen den 1. FC Magdeburg im Halbfinale des Landespokals möglicherweise noch ein juristisches Nachspiel haben. Denn der Regional-Express, mit dem mehr als 680 HFC-Fans in die Landeshauptstadt reisten, wurde stark beschädigt. Das geht aus einer ersten Bilanz von Bundespolizei und Deutscher Bahn hervor.

Während der Anreise der HFC-Fans kam es im Regionalexpress zu Sachbeschädigungen und grober Verunreinigung. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und Missbrauch von Nothilfeeinrichtungen. So wurden im Zug mit Nothämmern etwa Scheiben zerstört, Decken eingetreten, Glasflaschen zerschlagen. "Durch das Fan-Verhalten erhielt der Regionalexpress 40 Minuten Verspätung und wurde deshalb außerplanmäßig nach Magdeburg-Herrenkrug weitergeleitet", heißt es in einer Mitteilung der Bundespolizei. Man arbeite eng mit der örtlichen Polizei zusammen. Zur Schadenshöhe würden noch keine Erkenntnisse vorliegen, sagte eine Bahnsprecherin.

Die Bundespolizei war anlässlich des Derbys mit insgesamt 334 Polizeibeamten, neun Diensthunden und zwei Polizeihubschraubern im Einsatz - hinzu kamen sechs Hundertschaften der Landesbereitschaftspolizei in Magdeburg.

Im Zusammenhang mit dem Spiel wurden auch Graffitischmierereien an Bahnhöfen und Haltepunkten entlang der gesamten Strecke festgestellt. Außerdem wurden am Bahnhof Schönebeck-Felgeleben vier Männer festgesetzt, die den Regional-Express mit Steinen bewerfen wollten.

Während des Spiels wurden im Block des 1. FCM auch Schals und Banner des HFC angezündet. "Wir werden die Vorfälle auswerten und das Gespräch mit Fans suchen", sagte FCM-Sprecher Matthias Kahl der Volksstimme auf Nachfrage. "Insgesamt war es aber sehr friedlich und ein spannender Pokalabend", so Kahl weiter.

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