Magdeburg (kt) l Mitten auf dem Nordbrückenzug - zwischen Nord- und Südfahrbahn an der Markgrafenstraße - soll künftig Gelegenheit zur Einkehr im "Café Del Sol" sein. Der Stadtrat hatte sich mit dem Gaststättenprojekt in Form des dazu nötigen Bebauungsplans zu befassen. Der ging nicht ganz ohne Widerspruch durch.

Timo Gedlich von den Grünen stört dreierlei: die riesige geplante Parkplatzfläche, die Öffnungszeiten bis weit nach Mitternacht (könnte Anwohnerärger geben) und der Umstand, dass die schönen Steuereinnahmen aus dieser Art Cafébetrieb nicht in der Stadtkasse landen. Beim "Café Del Sol" handelt es sich um eine systemgastronomische Marke (wie bei "Alex" und "Vapiano"). Die Cafés schießen allerorts und sozusagen "von der Stange" aus dem Boden; die Steuereinnahmen fließen am Hauptsitz des Unternehmens (hier Hildesheim) ab. Gedlich befürchtet durch den Gastroriesen auf dem Werder außerdem eine wirtschaftliche Beeinträchtigung einheimischer Gastronomen zum Bespiel am Hasselbachplatz.

Der Linke René Hempel hat ein ganz anderes Problem mit dieser Art Café, nämlich ein politisches: "Hier wird eine romantische Verklärung des Kolonialismus betrieben. So etwas hat in Magdeburg nichts zu suchen!" Hempel bezog seine Kritik auf den kolonialen Baustil der Kette und erntete wenig Beifall im Rat. Die Mehrheit belächelte den "Klassenkampf am falschen Ort" (Denny Hitzeroth, SPD).

Am Ende stimmte eine klare Mehrheit (6 Nein-Stimmen, 3 Enthaltungen) für das Projekt. Für den Cafébau wird das Satzungsverfahren zum Bebauungsplan Nr. 251-4.1 "Markgrafenstraße" eingeleitet.