Magdeburg l Der Ring ist Magdeburgs wichtigste Verkehrsader. Seine volle entlastende Wirkung kann er aber erst dann erzielen, wenn die Stadtteile möglichst dicht an die innerstädtische Schnellstraße angebunden sind. Das war im Fall des Südens nicht ausreichend der Fall.

Deshalb haben die Verkehrsplaner auf eine bessere Anbindung gedrängt. Die ab 2011 schrittweise freigegebene Auf- und Abfahrt an der Brenneckestraße ist das beste Beispiel dafür. Sie wird stark genutzt und ist kaum noch wegzudenken. Jetzt folgt ihr endlich die Auf- und Abfahrt am Fermersleber Weg.

Eigentlich sollten die Rampen schon im Oktober des vergangenen Jahres eingeweiht werden. Doch daraus wurde nichts. Stadtsprecher Michael Reif erklärt: "Die gesamten Anschlussbedingungen des Kanals im Hochwasserabschlagsbauwerk waren leider komplexer und schwieriger als in den entsprechenden Dokumenten hinterlegt." Unter diesen Bedingungen habe dieser historische Bauwerkskomplex mit seiner tatsächlichen und größtenteils unterirdischen Lage für eine erhebliche Behinderung bei der Gründungsherstellung der neuen Brücke der Abfahrtsrampe gesorgt. Dadurch sei ein technologisch anderer Bauablauf notwendig gewesen, der zu zeitlichen Verzögerungen geführt habe.

Bei den Autofahrern dürfte jetzt die Freude über die Entlastung den Ärger über die längere Bauzeit verdrängen. Mit der neuen Abfahrt sind vor allem die Bereiche rund um den Lemsdorfer Weg und die Halberstädter Straße besser erschlossen. Wer südwärts auf dem Ring unterwegs war, musste für diese Bereiche schon an der Abfahrt Halberstädter Chaussee abfahren und sich über die Kreuzung Südring quälen.

Die Abfahrt verbessert außerdem die Zufahrt für alle östlich vom Ring lebenden Anwohner rund um den Fermersleber Weg und das Wohngebiet Semmelweisstraße bis hin zur Schilfbreite. Auch die Rettungsfahrzeuge zum Uniklinikum kommen nun schneller aus dem Norden zum Krankenhaus. Dasselbe gilt in der entgegengesetzten Richtung. Die Auffahrt in Richtung Süden zwingt jetzt nicht mehr alle aus den Wohngebieten, die Auffahrten in der Wiener Straße oder der Brenneckestraße zu nutzen. Nicht nur wegen der Behinderungen durch die Straßenbahnbaustelle in der Wiener Straße kommt der neue ohrförmige Ringanschluss deshalb gerade richtig.

Nach Angaben der Stadtverwaltung hat der Bau 2,95 Millionen Euro gekostet. 80 Prozent davon tragen Bund und Land. Wegen der Probleme wurde das Projekt um 850.000 Euro teurer als geplant. Der Bau weiterer Ringauf- und Abfahrten ist derzeit nicht vorgesehen.