Magdeburg l Hinter Biederitz liegt der Zuwachs, ein langer morastiger See. Auf der Westseite Richtung Elbe geht der See in einen großen sumpfigen Schilfgürtel über. Das unwegsame Gelände ist ein wahres Tierparadies, da hier selten Menschen entlangkommen. Auf einer Sandbank am Zuwachs liegt ein mittlerweise stark verwester Wildschweinkadaver.

Mitte Februar konnte man ein Loch in der Bauchdecke noch gut erkennen. "Der Körper war halb ausgefressen. Ein gewaltiges Anschuss-Loch war in der Decke zu sehen", berichtet Wildtier-Beobachter Mario Grünewald. Das 50-Kilogramm-Tier - so die Theorie - hat sich angeschossen auf die Sandbank gerettet, wo es verendete und seine Überreste noch heute liegen. Hundert Meter weiter, auf einer Freifläche und umgeben von einem Schilfgürtel, liegt ein weiterer Wildschweinkadaver und in unmittelbarer Nähe noch einer. Die Volksstimme konnte sich bei einer Begehung vor Ort selbst davon überzeugen. Auch vom Herrenkrug, zwischen Bahnstrecke und Breitscheidstraße, gibt es Fotos von verendeten Tieren.

"An der Bahnstrecke und an der Breitscheidstraße bekommen wir öfter Meldung von toten Wildschweinen", sagt Jäger Jan Driesnack von der AG Wildtiere. Dass einige mit Einschusslöchern darunter sein sollen, kann er nicht glauben. Bei Jagden werde üblicherweise nachgesucht. "Auch die Anschüsse werden gezählt", so Driesnack. Erst Ende Januar fand im Biederitzer Busch eine großangelegte Jagd von Jägern des Landesforstes und der Kreisjägerschaft statt. Damals wurden 53 Stück Schwarzwild erlegt. So genannte Schweißhunde nehmen die Fährte auf und finden in aller Regel das angeschossene Wild.

Ob es sich etwa bei dem toten Schwein auf der Sandbank tatsächlich um ein angeschossenes und verendetes Tier handelt, könne man heute nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. "Theoretisch kann das Loch auch ein Rabe in die Bauchdecke gepickt haben", sagt Driesnack. Trotzdem will der Jäger sich nun mit der Stadt in Verbindung setzen und den Vorfall aufklären.

Entwarnung kommt hingegen vom Magdeburger Amtsarzt Eike Hennig. "Von toten Wildtieren geht grundsätzlich keine gesundheitliche Gefährdung für Menschen aus. Voraussetzung ist, dass die Tiere nicht berührt werden und auch begleitende Hunde keinen Kontakt haben", sagte Hennig der Volksstimme auf Nachfrage.

   

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