Sudenburg l Es sieht gefährlich aus, wie sich Wolfgang Beier, Klaus Schmeißer und Jürgen Canehl mit dem Fahrrad die Brenneckestraße hinaufarbeiten. Aus Richtung Blankenburger Straße kommend, gibt es in Richtung Halberstädter Straße keinen rechtsseitigen Radweg. Sie fahren deshalb auf der Straße. Autos brausen an ihnen vorbei, die Sperrlinie missachtend überholen sie die Radfahrer trotzdem. Es ist eng.

Der Fuß- und Radweg auf der gegenüberliegenden Seite ist quasi rechtsfreier Raum. Ursprünglich hätten dort einmal Schilder gestanden, die Radverkehr in beiden Richtungen gestatteten. Doch zunächst sei das Schild in Richtung Halberstädter Straße entfernt worden, inzwischen gebe es gar keine Schilder mehr. "Für Radverkehr in beiden Richtungen ist der Weg zu eng", meint Jürgen Canehl, eine Begründung für die fehlenden Schilder gefunden zu haben.

Das etwa 700 Meter lange fehlende Radwegstück will der ADFC heute zur Sprache bringen, wenn die Arbeitsgruppe Stadtverkehr tagt. Die Hoffnung der drei ADFC-Mitglieder ist, dass das fehlende Teilstück noch gebaut wird. Zumal an der Brenneckestraße ohnehin gerade private Bauarbeiten im Gange sind. Für die Stadt wäre das eine gute Möglichkeit gewesen, entsprechende Flächen zu kaufen und den Radweg, der bereits Ende der 1990er Jahre geplant gewesen sei, zu ergänzen, sind sich die drei Männer einig. Notfalls könnte auch ein Fahrradstreifen von der Fahrbahn abgetrennt werden, schlagen die drei passionierten Radfahrer vor.

Sie erinnerten während eines Vor-Ort-Termins gestern mit der Volksstimme daran, dass Ende der 1990er Jahre entschieden worden sei, dass an der Brenneckestraße als Verbindung zwischen Ottersleben und Lemsdorf auf beiden Seiten Radwege geschaffen werden müssten. 15 Jahre nach diesem Beschluss lasse der Radweg weiter auf sich warten.

Laut Zwischenbilanz zur Radverkehrskonzeption 2004 bis 2012 existiere bereits eine Vorplanung. Dieses Teilstück war als eins der zwei noch nicht realisierten "Kurzfristigen Maßnahmen bis 2006" bezeichnet gewesen und sollte bis 2012 fertiggestellt werden.

Auch an die Verwaltung und den Stadtrat haben sich die Männer bereits gewendet. Doch die Anfrage konnte während der jüngsten Stadtratssitzung nicht behandelt werden, berichtet Canehl. Eine geforderte schriftliche Stellungnahme habe er noch nicht erhalten.

Die Stellungnahme zu der Anfrage sei noch in Arbeit und werde innerhalb der Frist schriftlich erfolgen, berichtete Stadtpressesprecher Michael Reif auf Nachfrage.