Magdeburg l Die Frühjahrsbelebung setzt sich in Magdeburg wie in den Nachbarkreisen fort. In der Landeshauptstadt Magdeburg lag die Arbeitslosenquote im April bei 11,2 Prozent und damit um 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 11,9 Prozent das geht aus den gestern von der Agentur für Arbeit Magdeburg veröffentlichen Zahlen für die Landeshauptstadt, die Börde und das Jerichower Land hervor. "Konjunkturelle und saisonale Einflüsse sind spürbar und tragen den positiven Trend", sagt Matthias Kaschte, Chef der Magdeburger Agentur für Arbeit.

Die sinkende Arbeitslosigkeit dürfe aber nicht über strukturelle Probleme des Arbeitsmarktes hinwegtäuschen. "Nicht alle Personengruppen profitieren von der Entwicklung", stellt Matthias Kaschte fest. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen macht in Magdeburg 34,8 Prozent aller Arbeitslosen aus. Deshalb seien nachhaltige Integrationsstrategien für Langzeitarbeitslose besonders wichtig. Hilfreich sei auch ein sozialer Arbeitsmarkt mit öffentlich geförderter Beschäftigung. Hier bleiben die Überlegungen der Landesregierung abzuwarten. "Wir dürfen nicht zulassen, dass benachteiligte Menschen trotz der besseren Arbeitsmarktentwicklung abgehängt bleiben", so Kaschte weiter. Für Magdeburg hat sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen binnen Jahres- wie binnen Monatsfrist kaum verändert.

Besonders stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind nach wie vor auch die älteren Arbeitslosen: 4201 Menschen zwischen 50 und 65 Jahren waren im April als arbeitslos gemeldet, das macht 31 Prozent an der Zahl aller Arbeitslosen aus. Immerhin ist die Zahl der Arbeitslosen in diesem Bereich gesunken.

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im April um 36 Stellen auf 2277 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 183 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im April 870 neue Arbeitsstellen, 86 mehr als vor einem Jahr.

Der Blick auf die Unterbeschäftigung im gesamten Agenturbezirk mit Magdeburg und den beiden Nachbarlandkreisen Börde und Jerichower Land zeichnet ein abschließendes Bild von der Verfassung des Arbeitsmarktes. Denn hier werden neben Arbeitslosen auch Teilnehmer in Maßnahmen, Weiterbildungen, Vorruhestandsregelungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) belief sich im April auf 34 984, das sind 2764 Personen weniger als im April 2014. Die Unterbeschäftigungsquote liegt, nach Auslaufen der Bürgerarbeit zum 31. Dezember vergangenen Jahres, mit aktuell 12,7 Prozent um einen Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert.

Bei den freien Stellen waren im Agenturbezirk mit Magdeburg und den beiden Landkreisen besonders Mitarbeiter aus dem Bereich Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung (405), Verkehr und Logistik (225 neue Stellen), Gesundheit und Soziales (190), Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Verwaltung (160) sowie Handel, Vertrieb und Tourismus (148) gefragt.