StadtfeldWest l Viel Frust ist am Mittwochabend in der Aula der Oskar-Linke-Schule laut geworden - von Lehrern ebenso wie von Elternvertretern, Schulleitern und interessierten Gästen. Neben den Umständen in den Schulen in Stadtfeld-West und Diesdorf stand vor allem auch die Verwaltung in der Kritik.


Die war von Mitinitiator und Stadtratsmitglied Christian Hausmann zwar in Person von Jens Krüger als Fachbereichsleiter für Schulen und Sport zur GWA-Sitzung Stadtfeld-West/Diesdorf eingeladen worden. Er hatte sich jedoch entschuldigen lassen. Und so war kein Mitglied der Verwaltung anwesend, das die Diskussion mit Fachwissen hätte ergänzen und offene Fragen beantworten können. Das sorgte bei den Gästen für Reaktionen, die von Kopfschütteln bis zu Wut und Empörung reichten.

Große Unsicherheit bei Lehrern und Eltern
Stattdessen versuchten nun die Stadtratsmitglieder Christian Hausmann (SPD) und Oliver Müller (Die Linke) Fragen zu beantworten und Entscheidungen der vergangenen Monate, etwa zur Aufweichung der Schuleinzugsbereiche in Magdeburger Grundschulen, zu erläutern und zu rechtfertigen. Oliver Müller gestand ein: "Die Verwirrung war noch nie so groß wie jetzt."

Auf Nachfrage erklärte Hausmann am Donnerstag, dass es aus Sicht der Verwaltung keine Neuigkeiten gegeben hätte, die während der Diskussion im Rahmen der GWA-Sitzung hätten bekannt gegeben werden können. Er verwies zudem auf die nächste Sitzung des Bildungsausschusses am 12. Mai ab 16.30 Uhr, während der die aktuellen Einschulungszahlen besprochen werden sollen.

Ein gewichtiges Problem wird dann aber auch nicht gelöst werden können: das Platzproblem. Das nämlich besteht sowohl an der Schmeilstraße, wo die Gemeinschaftsschule "Oskar Linke" und die Grundschule Schmeilstraße unter einem Dach zusammengefasst sind, als auch am Westring, wo die Intergrierte Gesamtschule Willy Brandt und die Grundschule Am Westring vereint sind. Während der Sitzung am Mittwochabend wurde ein Neubau favorisiert. Den aber werde es aller Voraussicht nach nicht geben, bekundeten Müller und Hausmann unisono. Von entsprechenden Planungen hätten sie jedenfalls nichts gehört.

Weiterer Kritikpunkt war die ungewisse Zukunft der Grundschule Schmeilstraße. "Was hier passiert, ist eine Frechheit, und das geht schon seit zehn, zwanzig Jahren so", bemängelte Armin Jahns als Geschäftsführer der Kita-Gesellschaft Magdeburg, das Hin und Her um Schließung oder Fortbestand. Er habe kein Verständnis dafür, dass keine vernünftige Planung gemacht werde. "Das hat mit Inklusion und Teilhabe nichts mehr zu tun", echauffierte sich auch Elternvertreterin und betroffene Mutter Stefanie Dammert.

Detlef Hubold vom Stadtelternrat sieht nur eine Möglichkeit, die Forderungen von Eltern und Lehrern durchzusetzen: "Je mehr Leute vorsprechen und Theater machen, desto größer ist der Druck." In vielen Magdeburger Schulen gebe es Außenstellen, weil die Kapazitäten nicht ausreichen würden. Und die Landeshauptstadt sei verpflichtet Schulen zu bauen, wenn sie notwenig sind, betonte Hubold.

Ergebnisse brachte die Sitzung nicht, zumindest aber einen Austausch über Probleme. Und allein das sei es wert gewesen, fand GWA-Vorsitzende Evelin Schulz.

Ein weiteres Treffen soll zudem auch anberaumt werden, allerdings erst im September. "Dann wird es vielleicht auch schon etwas mehr Neuigkeiten zu berichten geben", sagte Oliver Müller. Und ein Vertreter der Verwaltung wird dann vielleicht auch vor Ort sein.

 

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