Magdeburg l "Ich gehe doch auch nicht einfach zu anderen Leuten nach Hause und füttere deren Tiere", sagt der Betreiber des Katzengnadenhofs in der Windmühlenstraße hörbar entrüstet. Neben den Katzen leben dort u. a. auch vier Ponys und sechs Ziegen. Eines der Huftiere verstarb nun aber am Sonntag nach einem qualvollen Wochenende. Für Trummer steht fest: Es hat kleingehäckselten Grünschnitt u. a. von Koniferen gefressen, den irgendjemand über den Zaun der Weide seiner Tiere geworfen hatte. Und das womöglich sogar noch in guter Absicht, um den Tieren etwas zu fressen zu geben.

Für die Ponys sind diese Pflanzen jedoch gefährlich, wie Tierarzt Helge Schulze bestätigt. Er versuchte noch das 23 Jahre alte Pony zu retten, jedoch vergeblich. "Es ist uns unter der Hand weggestorben", sagt Trummer. Ob der Tod des Tieres tatsächlich auf eine Vergiftung durch den Grünschnitt zurückzuführen ist, könne er jedoch nicht sagen, erklärt Helge Schulze weiter. "Es gab keinen eindeutigen Hinweis", sagt er, auszuschließen sei es aber auch nicht. Gewissheit würde nur eine Sektion des Kadavers bringen, die sei aber sehr teuer, so der Magdeburger Tierarzt.

Geld, das Konrad Trummer, der seinen Gnadenhof nur durch Spenden von Tierfreunden finanziert, nicht hat. Allein der Abtransport des toten Körpers würde ihn finanziell belasten, sagt er. Gestern Nachmittag sollte "Felix" abgeholt werden.

Zwei Schülerinnen kommen regelmäßig zu ihm auf den Hof und helfen bei der Pflege seiner Ponys. Eine von ihnen sei nach dem Tod von "Felix" regelrecht zusammengebrochen, erzählt Konrad Trummer traurig. Gemeinsam mit ihnen hat er noch am Wochenende Zettel rund um die Weide aufgehängt, die darauf hinweisen, dass keinerlei vermeintliche Futtermittel oder Gartenabfälle über den Zaun geworfen werden sollen.

Verschimmeltes Brot, ungesundes Weißbrot und gemähtes Gras hätte er immer wieder gefunden, berichtet er weiter. Damit würden die Leute den Tieren aber keinen Gefallen tun, sondern ihr Leben ernsthaft gefährden, so der Gnadenhof-Betreiber. "Wer den Tieren tatsächlich etwas Gutes tun möchte, sollte sich einfach bei mir am Haupteingang melden", bittet er, "damit nicht noch eins meiner Tiere qualvoll sterben muss."

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