Magdeburg l Allergische Reaktionen, üble Hautreizungen, Atemprobleme - die Raupen des Eichenprozessionsspinners können gerade bei massenhaftem Auftreten der Raupen Mensch und Tier schwere Schäden zufügen. Damit es gar nicht erst so weit kommt, werden ab der kommenden Woche 860 Eichen im Stadtgebiet vorsorglich mit einem speziellen Mittel besprüht: Eine Spezialfirma wird im Auftrag des kommunalen Eigenbetriebs Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg (SFM) ein biologisches Mittel aufbringen.

Neben einzelnen Friedhöfen konzentrieren sich die Maßnahmen auf die nordöstlichen Stadtteile mit den Schwerpunkten Herrenkrugpark, Werder, Rothensee, Alte Neustadt, Pechau und Randau-Calenberge, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Außerdem befinden sich einige der gefährdeten Eichen in Stadtfeld-Ost. Auch diese werden daher behandelt. Die präventive Bekämpfung wird voraussichtlich rund zwei Wochen dauern.

Der SFM hat sich schon vor Jahren das Ziel gesteckt, die Ausbreitung des Schädlings und damit die von ihm ausgehende Gefahr im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten weitestgehend einzudämmen. "Ein vollständiger Schutz gegen den Eichenprozessionsspinner ist zwar auch mit einer weiträumigen Bekämpfung nicht gewährleistet, jedoch sind die Zahlen leicht rückläufig", sagt Simone Andruscheck, Betriebsleiterin des SFM.

Ende Mai 2012 hatte es erstmals eine vorbeugende biologische Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an rund 1000 Eichen in Magdeburg gegeben. Damals wurden die betroffenen Bäume im Stadtgebiet mit einem Bakterienextrakt besprüht. Dieses Mittel wurde von den Larven mit der Nahrung aufgenommen. Die Folge: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners wurden daran gehindert, sich weiter zu entwickeln. "Die präventive Methode zielte auf das erste und zweite Entwicklungsstadium der Eichenprozessionsspinner ab", informiert der Stadtgartenbetrieb.

Ein hundertprozentiger Schutz ist durch die Prävention jedoch nicht möglich: Die Erfolgsquote liegt in der Regel bei rund 70 Prozent. Daher sind in den vergangenen Jahren nach der präventiven biologischen Bekämpfung bei Nachkontrollen immer wieder Nester des Schädlings an Stieleichen entdeckt worden. Diese sind dann im Sommer manuell abgesaugt worden. Das manuelle Absaugverfahren ist in Magdeburg zum ersten Mal bereits im Sommer 2011 zum Einsatz gekommen.

Trotz der aktiven Bekämpfung sollten die betroffenen Areale grundsätzlich gemieden werden. Diese sind im Stadgebiet durch Absperrungen gekennzeichnet. Außerdem sollten Raupen und Gespinste unter keinen Umständen berührt werden, so die Verwaltung.

 

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