Magdeburg l Manchmal ist ein Ende auch ein neuer Anfang heißt es redensartlich und beim Mittelalterspektakel trifft das wohl auch zu. Aufgrund der bürokratischen Zwänge aus seinem angestammten Platz in der Festung Mark vertrieben, konnte das "Spectaculum Magdeburgense" am Pfingstwochenende am neuen Standort neue Kraft schöpfen - und das ohne Sorgen um ruhegestörte Nachbarn zu haben. Gut 15000 Besucher fanden zum Neustart den Weg ins Glacis - deutlich mehr als im vergangenen Jahr, als sehr heißes Wetter und die aufgrund von Lärmschutzauflagen eingeschränkte Nutzung des Festungshofs den Zuspruch drückten.

Das neue Festgelände zog sich entlang des Geh- und Radwegs, der von der Ringbrücke zum ehemaligen Stützpunkt des Stadtgartenbetriebs an der Maybachstraße führt. Entlang des Weges hatten die Rittersleute ihre Zelte aufgeschlagen und Handwerke aufgebaut. Der Schmied trieb seine Gesellen mit derben Sprüchen an, die Kämpfer hieben sich gegenseitig die Schwerter an Schilder und Helme und auf den Bühnen trieben Narren ihren Schabernack. Feuerkunst, Fabelwesen und viel Met vertrieben den Besuchern die Zeit bis zu den Dudelsackkonzerten in den späten Abendstunden. Nachwuchsritter erprobten sich beim Bogenschießen und Axtwerfen.

Besonders für den Sanierungsverein Ravelin II war das "Spectaculum Magdeburgense" eine Chance, um sich und die Festungsanlage in seiner Obhut einem breiten Publikum bekanntzumachen. In den Kasematten hatten sie eine Ausstellung zur Festungsgeschichte aufgebaut und informierten über ihre Pläne für die Anlagen an der Maybachstraße.

Melanie Ockert, Sprecherin des Kultur-Szene-Magdeburg e. V. als Veranstalter, zieht ein durchweg positives Fazit. "Wir sind rundum zufrieden und geradezu überwältigt von der positiven Stimmung der Besucher", sagt sie. Auch die Händler an den gut 70 Handwerkerständen seien zufrieden. Insgesamt hatten 250 Mitwirkende für einen reibungslosen Ablauf gesorgt. Im Nachgang werde man sich jetzt mit dem Sanierungsverein zusammensetzen, um zu schauen, wie man die Anlage noch besser in den Fokus stellen kann, erklärt sie. Denn mit der Doppelkaponiere und dem Künette-Graben gebe es noch weitere reizvolle Orte. Dann könnte man auch einen dritten Zugang direkt von der Maybachstraße einrichten, um den weiten Weg von den Parkplätzen am Bahnhof zu verkürzen.

Das ist aber noch Zukunftsmusik. Fest steht eins: "Wir würden nächstes Jahr gerne wiederkommen. Wir fühlen uns hier wohl", sagt Melanie Ockert. Da man sowohl mit dem Sanierungsverein als auch mit der für das Glacis zuständigen Stadt sehr gut zusammengearbeitet habe, sei sie "sehr optimistisch" für eine Fortsetzung im nächsten Jahr. Zudem habe es keinerlei Probleme mit Ordnungsamt oder Polizei wegen Lärmbeschwerden gegeben, das sei ein gutes Zeichen.

 

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