Der Warnemünder Olaf Falke fuhr zehn Jahre als "Smutje" zur See. Dann ließ ihn die Liebe in Magdeburg den Anker werfen. Bald will er die Magdeburger mit einem Fischrestaurant im Kavalier Scharnhorst überzeugen.

Altstadt l Dabei war es offenkundig nicht nur die Liebe zu einer Frau, sondern auch die Liebe zu seiner neuen Heimat, die Olaf Falke hier heimisch werden ließ. Denn anders als der gemeine Magdeburger, der eher eine pessimistische Grundeinstellung zu seiner Stadt hat, ist das ehemalige Nordlicht voll lobender Worte.

"Was hier entstanden und gewachsen ist, macht mich stolz, in Magdeburg zu wohnen", sagt er und meint den Elbbahnhof, in dem er nicht nur wohnt, sondern vor kurzem auch sein Bistro "Falkennest" im Haus der Steuerberater eröffnet hat. Als er vor fünf Jahren das erste Mal nach Magdeburg kam, war das noch Brachfläche, erinnert er sich.

Dabei war die Bistro-Eröffnung eigentlich gar nicht sein Plan, sondern eher ein Zufallsprodukt. Denn seit gut anderthalb Jahren feilt er an einem Konzept für ein Fischrestaurant, wie es dies in Magdeburg noch nicht gibt. Aber als die Anfrage des Investors zum Bistro kam, hat er nicht Nein gesagt. Beide Lokale werden sich aber ergänzen. Wenn das auf Mittagsbetrieb ausgerichtete Bistro schließt, wird das Fischrestaurant öffnen.

Dieses soll zudem an einem Standort entstehen, der seit einigen Jahren für muntere Spekulationen sorgt. Das ehemalige Kavalier Scharnhorst am südlichen Ende des Elbbahnhofs soll saniert und umgebaut werden, ein Mix aus Wohnungen und Büros ist im Gespräch. Offiziell sagen wollen die Investoren noch nichts. Doch in einem Teil will Falke mit seinem "Fisch an Land" einziehen und den Elbestädtern Scholle, Kabeljau und Co. näherbringen.

Damit kennt sich der Küchenmeister aus. In verschiedenen Restaurants und Hotels an der Ostseeküste war er seit seiner Lehre tätig. Eine Kollegin in einem Restaurant in Markgrafenheide, deren Mann zur See fuhr, brachte ihn schließlich auf den Geschmack, selbst die Welt zu umfahren. Ohne große Hoffnung bewarb er sich mit 44 Jahren bei der Aida und erhielt prompt die Zusage. Zehn Jahre schipperte er mit verschiedenen Kreuzfahrtschiffen rund um den Globus und lernte viele Städte und Menschen kennen.

Darunter schließlich auch eine bestimmte Magdeburgerin, die ihn dazu brachte, für immer von Bord zu gehen. "Ich wollte rechtzeitig den Absprung schaffen", sagt er. Viele ältere Kollegen seien mit der Zeit immer mürrischer geworden, so wollte er nicht enden. Das ist ihm gelungen. "Ich bin dankbar für die Zeit", sagt er aber.

Mit dem Umzug nach Magdeburg vor zwei Jahren hat sich auch ein Stück weit der Kreis geschlossen, sinniert Olaf Falke, denn sein Vater wurde in Bernburg geboren und wuchs in Köthen auf, also war es auch eine Art Heimkehr für ihn.

"Magdeburg ist eine wunderschöne Stadt, wo man jeden Tag etwas zu entdecken hat", schließt er das Gespräch mit dem Volksstimme-Reporter mit einem weiteren Lob für seine neue Heimat.

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