Magdeburg l Für die Entwicklung des Stadtparkes ist verwaltungsintern ein Rahmenplan in Arbeit. "Im Zusammenhang auch mit der Sanierung der Stadthalle müssen wir endlich klären, wie es mit der Hyparschale weitergehen soll und was mit der nach dem Abriss der Messehallen entstandenen großen Brachfläche geschieht", sagt Oberbürgermeister Lutz Trümper. Um eine Idee ist das Stadtoberhaupt nicht verlegen. Sie geht über die Nutzung als bloßer Parkplatz - auch eine Option zur Entspannung der Verkehrssituation am Rondell vor der Stadthalle - hinaus.

"Wir haben Planer beauftragt, die Nutzung der Fläche für Open-Air-Veranstaltungen zu prüfen", so Trümper. Die Lage sei exzellent, Domblick inklusive, und die Nähe zur Innenstadt, deren Händler von Besuchern solcher Veranstaltungen profitieren, gegeben. "Da kann man ja zu Fuß rüberspazieren."

Im Zusammenhang weicht das Stadtoberhaupt das im druckfrischen Domplatznutzungskonzept festgeschriebene Hausrecht des Theaters auf. Dies belegt allsommerlich von Mai bis Juli den Platz vor dem Dom mit seiner Musicalbühne, was zu Konflikten mit der Domgemeinde und anderen Magdeburgern führt, die sich am wochenlang verbauten Platz stören. Trümper sagt mit Blick auf den Platz am Stadtpark: "Vielleicht muss das Theater dann nicht mehr jedes Jahr auf den Domplatz gehen, sondern etwa nur noch alle zwei Jahre. Die Domkulisse hat es hier ja auch." Schon 2017, wenn Christen das Lutherjahr 500 Jahre Reformation auf dem Dom-platz feiern wollen, kann sich Trümper das alte Messegelände als Ausweichstandort für das Theater-Open-Air vorstellen.

Wie auf dem nebenstehenden Foto zu erkennen, verstellt die Hyparschale den freien Domblick. Nicht etwa deshalb, sondern ob des fortschreitenden Verfalls des Baudenkmals, fasst Trümper einen Abrissantrag neu ins Auge. "Ein aktuelles Gutachten hat ergeben, dass die Dachsanierung inzwischen über vier Millionen Euro kosten würde. Wem ist das zuzumuten, wenn es keinen Nachnutzer gibt?" Zwar habe sich erst unlängst ein Interessent mit "einer tollen Idee" gemeldet, die nun geprüft werde. Wenn nach jahrelanger vergeblicher Investorensuche daraus aber wieder nichts werde, müsse der Abriss als letzter Ausweg in Betracht gezogen werden.