Altstadt. Zwischen "Himmelreich" und Danzstraße war kein Durchkommen mehr am Samstagabend: Freunde von Galerie und Kunst hatten sich in feierlichem Ambiente zahlreich eingefunden. Grund war die Enthüllung einer Stele von Wolfgang Roßdeutscher direkt vor der Galerie, auf der alten Stadtmauer. "Damit hat sich das Himmelreich geerdet", meinte lächelnd Manfred Gabriel, Vereinsvorsitzender der Freunde des Himmelreichs.

"Kunst in der Stadt kann nicht hoch genug bewertet werden", sagte Kulturbeigeordneter Rüdiger Koch anlässlich der Enthüllung. Schließlich bewirbt sich Magdeburg um den Titel Kulturhauptstadt Europas (2020). Beispiele wie diese "machen Kunst und Kulturpflege in der Stadt erlebbar", sagte Koch und er erinnerte an die große Tradition gerade des Namens Roßdeutscher in der Stadt. Eine Künstlertradition, deren Dimensionen vor kurzem eine Ausstellung im Forum Gestaltung anschaulich machte. Eine, deren Spuren in der Stadt un-übersehbar sind. Als Beispiele aus drei Bildhauer-Generationen (Max, Eberhard, Wolfgang Roßdeutscher) nannte er u.a. die Arbeit an der Westfassade des Doms, die sechs Magdeburger Originale sowie das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma an der Hegelstraße und die Gedenkstele am Flora-Park.

Die Arbeit am Himmelreich, so erzählt Wolfgang Roßdeutscher, entstand vor zirka drei Jahren. Sie ist mit Sockeln auf der alten Stadtmauer befestigt und damit ein Hingucker im doppelten Sinne. Zum einen durch Farbe und Formgebung, zum anderen aber auch durch den Kontrast zum alten Mauerwerk.

Eigentlich war jedoch eine Plastikserie geplant gewesen. Sie sollte die unschönen Poller auf dem Fußweg ersetzen. Doch dies sei aus baurechtlichen Gründen nicht möglich, da Kabelleitungen unter dem Fußweg entlangführen. Darüber dürfen keine Fundamente gebaut werden. Also entschied man sich zu dieser Variante, in direkter Höhe des Eingangs zum "Himmelreich", wo sie wie ein Fingerzeig wirkt.

Es handelt sich nicht um ein Auftragswerk. Wolfgang Roßdeutscher hat die Arbeit als Dauerleihgabe überlassen. Möglich wurde das Aufstellen durch das große Engagement der Freunde des Himmelreichs sowie Sponsoren, die u.a. den Transport übernahmen.

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