Am kommenden Sonnabend veranstaltet das Magdeburger "Kulturschutzgebiet" zum vierten Mal "Ekmagadi - Kultur im Klosterbergegarten". Grund genug, um eine kurze Bilanz über die Arbeit des offenen Zusammenschlusses von Magdeburger Künstlern und Kulturschaffenden zu ziehen.

Magdeburg. 2007 war man gestartet, um zu retten, was noch zu retten war: Das geplante "Kulturjahr Magdeburg" war gekippt worden und die Kultur in Magdeburg stand kurz vor einer bedeutenden Budget-Kürzung. Der Stadtrat wollte, getrieben von der leeren Haushaltskasse, die 70000 Euro jährliche Kulturförderung fast halbieren. Um das zu verhindern, fand sich die Magdeburger Kulturszene zum "Kulturschutzgebiet" zusammen. Ein offenes Netzwerk von Einrichtungen sollte es werden, deren Ziel es war, die Wichtigkeit von Kultur herauszustellen, darüber öffentlich zu diskutieren und vor allem auch politisch eine neue Lobby für die Kultur in Magdeburg zu schaffen.

Nach vier Jahren Arbeit waren sich die "Kulturschützer" gestern im Forum Gestaltung einig, dass dies in Magdeburg gelungen sei. "Schon nach einem Jahr wurden beispielsweise die Zuschüsse der Stadt für Kulturarbeit auf 100000 Euro erhöht", sagt Norbert Pohlmann vom Forum Gestaltung. Und Stadtrat Mirko Stage (future!) hat festgestellt, dass im Stadtrat über Kultur mittlerweile anders gedacht werde. Kultur werde dort nicht mehr als Anhängsel betrachtet, sondern als ein wichtiger Standortfaktor für Magdeburg, meinte Stage. Für Jacqueline Brösicke vom Volksbad Buckau hat es das Kulturschutzgebiet vor allem geschafft, dass sich die vielen Gruppen, Einrichtungen und Organisationen der Kulturszene miteinander vernetzen konnten. Es sei tatsächlich eine Plattform entstanden, auf der ein kultureller, kulturpolitischer aber auch ganz praktischer Austausch stattfinde. Das habe die Kultur in Magdeburg gestärkt.

Auf die Frage, ob durch das Kulturschutzgebiet der Kulturgedanke in Magdeburg angekommen sei, sagt Norbert Pohlmann, dass der Kulturgedanke und der Sinn für Kultur in Magdeburg nie weg war, er sei eine Zeit lang nur nicht wirklich sichtbar und einflussreich gewesen. "Das hat sich auf jeden Fall geändert." Und dabei hebt Pohlmann die "wirklich" gute Zusammenarbeit mit der Stadt und dem städtischen Kulturbüro hervor. Nadja Gröschner von der Sudenburger Feuerwache formuliert es etwas angriffslustiger: Mit dem Kulturschutzgebiet sei es gelungen, die Kulturpolitik deutlich besser im Auge zu behalten. "Und das werden wir auch weiterhin tun."

Ein ganz konkretes Ergebnis schon im ersten Jahr des Kulturschutzgebietes war "Ekmagadi - Kultur im Klosterbergegarten". Die Veranstaltung war als Reflex auf das damals ausgefallene Magdeburger Kulturjahr ins Leben gerufen worden. Und am Sonnabend, 4. Juni, findet es bereits zum vierten Mal statt. Künstler und Kulturschaffende aus Magdeburg und Umgebung werden dann einen Sommerkulturabend gestalten, der im Klosterbergegarten, im Gesellschaftshaus und in den Gruson Gewächshäusern ein abwechslungsreiches Programm bieten wird. Zusammen mit dem Kulturbüro der Stadt richtet das Kulturschutzgebiet diesen Abend aus, der bereits um 18 Uhr mit einem Kinder- und Jugendprogramm beginnt. "Und neben der Unterhaltung soll natürlich auch viel über Kultur in Magdeburg geplaudert oder diskutiert werden", sagt Norbert Pohlmann.