Von Oktober 2010 bis März 2011 ist der seit drei Jahren leer stehende Keller im Haus 9 des Uniklinikums zu einer modernen Funktionsdiagnostik der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik umgebaut worden. Gestern wurde der patientenfreundliche Bereich offiziell übergeben.

Leipziger Straße. Knapp 1200 Erwachsene und rund 230 Kinder stellen sich pro Monat in der Funktionsabteilung der HNO-Klinik vor. Mit modernster Technik werden das Hörvermögen sowie Gleichgewicht, Geruchs- und Geschmackssinn untersucht. Seit gestern ist das offiziell in neuen Räumlichkeiten möglich.

Während sich Dr. Jan Hülsemann, ärztlicher Direktor des Uniklinikums, noch erstaunt darüber gab, "dass man in Kellergewölbe so viel Licht hineinholen kann", steht für HNO-Klinikdirektor Prof. Christoph Ahrens fest, "dass wir hier wunderbare Möglichkeiten zum Arbeiten und Forschen haben".

Für Kenner des Immobilienbestandes des Uniklinikums muss der Kellerumbau einem handwerklichen Wunder gleichen: Schließlich haben die 1914 erbauten Gewölbe in den vergangenen 103 Jahren zahlreiche bauliche Operationen erlebt. Zuletzt war die Sterilisation medizinischer Geräte hier untergebracht, dann standen die Räume drei Jahre leer. So freundlich wie jetzt sah es da unten wohl noch nie aus.

Das mag auch mit der frischen grünen Farbe zu tun haben, für die sich die über 80 Mitarbeiter entschieden haben. Offenbar nicht ohne Hintersinn, verschwieg doch Klinikdirektor Ahrens nicht, dass "Grün die Farbe der Hoffnung ist". Denn die Experten für Beschwerden an Hals, Nase und Ohr hoffen auf baldige Fortsetzung der Investitionen in ihrer Klinik. Der leitende Oberarzt Dr. Ulrich Vorwerk sagt auf Volksstimme-Nachfrage: "Wir wünschen uns den baulichen Umbau des Ambulanzbereiches, um ihn im Patienteninteresse zentralisieren zu können, ebenso wie den Umzug des Arbeitsbereiches Phoniatrie und Päd-Audiologie in diesen Ambulanzbereich." Hinter diesem Begriff steckt die Stimmen- und Sprachheilkunde sowie die Diagnostik von Hörstörungen bei Kindern.

650 000 Euro sind zunächst in die Funktionsdiagnostik investiert worden. Hier wird nicht nur der Hör-, Geruchs- und Geschmackssinn der Patienten getestet, sondern auch ermittelt, wie gut oder schlecht verordnete Hörgeräte funktionieren. Zumindest dafür müssen die Patienten nun nicht mehr treppauf, treppab im Haus 9 laufen, sondern eben nur noch in den Keller.

Vorerst sicher im Bauplan des Universitätsklinikums ist die Fertigstellung der Fassade und eine neue Dacheindeckung für Haus 9. Im Juni beginnt der Ausbau des Dachgeschosses - für die Abteilung "Experimentelle Audiologie" (Hörforschung).

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