Zum 6. Mal lud Magdeburg zur "Langen Nacht der Wissenschaft" ein, und auch am vergangenen Sonnabend war das Interesse daran wieder groß. Mehrere Tausend Besucher kamen und schlenderten bis ein Uhr nachts durch Labore, Institute und Hörsäle.

Magdeburg. Den "Auftakt-Knaller" konnte die Hochschule für sich verbuchen. Ab 17 Uhr waren mehrere Tausend Zuschauer mit dabei, als der legendäre Halbkugel-Versuch, wie ihn Magdeburgs großer Wissenschaftssohn Otto von Guericke einst entworfen hatte, nachgespielt wurde. Zwei Halbkugeln lose miteinander verbinden, Luft aus dem Hohlraum abziehen, 16 Pferde gleichzeitig daran ziehen lassen: hält! Vakuum kann immer wieder erstaunen lassen.

War der Halbkugel-Versuch wie immer spektakulär, so war das komplette Programm dieser bereits 6. Magdeburger Wissenschaftsnacht wieder so reichhaltig wie interessant. Alle großen Wissenschafts-Schmieden der Stadt hatten nicht nur ihre Labore geöffnet, überall gab es auch interessante Vorträge, spannende Vorlesungen oder erstaunliche Versuche zu sehen und zu hören. Dabei wurde es den Besuchern leicht gemacht, sich zu entscheiden. Vier Routen hatten die Organisatoren zusammengestellt, die man bequem mit Shuttle-Bussen befahren konnte. Wichtig dabei: An allen Stationen standen freundliche Ansprechpartner der "Science People", meist Schüler und Studenten, bereit, um Fragen zu beantworten und die Stationen zu erläutern. Das war auch sehr sinnvoll, denn immerhin konnten die Besucher aus 200 Aktionen in 20 Einrichtungen auswählen.

Was Eltern sicher freute, alle Einrichtungen, egal ob Uni, Hochschule oder Institute, waren auf Kinder eingestellt. Die konnten den Akteuren dann gern auch einmal die berühmten "Löcher in den Bauch fragen". Kommentar von OB Lutz Trümper dazu: "Denn hier wird Wissenschaft auf spielerische Art präsentiert und Wissen vermittelt und vor allem die Kinder werden mitgenommen und können hier viel erleben. Denn sie sind unsere Zukunft und wir brauchen auch zukünftig viele junge Leute mit guter Ausbildung hier in der Stadt."

Natürlich konnte man sich als Besucher nicht alles anschauen, dafür reicht auch eine ganze Nacht nicht aus, aber die Schwerpunktthemen waren gut gestaltet. Wer sich mehr für Medizin und Gesundheit interessiert, besuchte die Angebote von Uni-Kinik und Klinikum Magdeburg, die Technik-Fans wurden an den entsprechenden Fakultäten von Uni und Hochschule und in den Instituten im und am Wissenschaftshafen fündig, man konnte sich aber auch erklären lassen, wie eine Kläranlage funktioniert, wie Menschen überhaupt lernen und warum ein 3-D-Film Bilder räumlich erscheinen lässt, obwohl sie ja nur zweidimensional sind. Sogar sportliche Betätigung war möglich, im Wissenschaftshafen unter anderem mit Läufer-Legende Waldemar Cierpinski.

Gegen 1 Uhr war die "6. Lange Nacht der Wissenschaft" dann wieder vorbei.

   

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