Mit dem größten Zuspruch seit ihrer Premiere 2009 ging am Sonnabend die 4. Meile der Demokratie buchstäblich bunt und vielfältig über die Bühne. 10000 Magdeburger besuchten laut Veranstalterangaben die Protestveranstaltung gegen rechte Aufmärsche und Geschichtsverfälschung.
Altstadt l Angeführt von einem Trommler steuerte die Meile der Demokratie gegen 12.45 Uhr auf ihren ersten Höhepunkt zu: die Menschenkette. Anders als in den Vorjahren war es dieses Mal kein Problem, ausreichend Teilnehmer zu finden. Wenige Minuten nach dem Start zog sich ein Menschenband von der Bühne Höhe Mariettabarblock bis zum Hundertwasserhaus.
Mittendrin stand auch "Kettenglied" Elisabeth Lebus mit ihren Bekannten Brigitte und Joachim Lorenz, die ihre Teilnahme so begründete: "Ich bin Jahrgang 1942 und ein Kriegskind. Wir müssen Demokratie und Gerechtigkeit verteidigen, auch, damit niemand mehr Krieg erleben muss."
Von Magdeburg geht heute ein Signal aus
Zuvor hatte es auf der Bühne am Eingang zum Alten Markt die zentrale Eröffnung gegeben. Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) sagte als Abgesandter der Landesregierung: "Wir werden es nicht zulassen, dass Rechtsextreme die historische Wahrheit auf den Kopf stellen." OB Lutz Trümper (SPD) betonte: "Von Magdeburg geht heute ein Signal aus, dass Rechte in unserer Stadt nichts zu suchen haben und nie wieder etwas zu sagen haben werden."
Nach der Eröffnung und der Menschenkette begann das bunte Treiben auf der Meile der Demokratie. Zwischen Uni-Platz, an dem lokale DJ rechte Demonstranten "wegbassen" wollten, und der Kreuzung Danzstraße mit einem Polizei-Informationswagen verwandelte sich der Breite Weg - hier und da mit einer Lücke - in eine bunte Bummelmeile sozialer, kultureller, sportlicher und vor allem politischer Angebote. Kreisverbände Magdeburger Parteien informierten Besucher ebenso wie Studenten von Universität und Hochschule, Vertreter von Kirchen, Verbänden, Vereinen, Schauspieler des Theaters oder Beamte der Polizei.
Sportstudent Markus Kacner hatte mit mehreren Kommilitonen ein Slackline (Seil) aufgespannt und zeigte, wie darauf zu balancieren ist. Ein Bild mit Symbolkraft, ist es doch auch in der Gesellschaft eben mitunter nicht einfach, das richtige Gleichgewicht zu finden. "Wir wollen einfach ein Zeichen gegen Rechts setzen und es ist doch viel sinnvoller, sich in der Freizeit zum Beispiel mit Sport zu beschäftigen als mit Gewalt", sagte er.
"Wir sind sehr zufrieden und können mit 170 Teilnehmern den bisher größten Zuspruch vermelden", zog Susanne Wiedemeyer, die für den Deutschen Gewerkschaftbund DGB im Bündnis gegen Rechts aktiv war, bereits am frühen Nachmittag eine positive Zwischenbilanz.
Und tatsächlich: So mancher Besucher stimmte da mit ein und meinte: Die Meile ist ja besser als das Stadtfest zu Pfingsten. Das lag unter anderem daran, dass die Organisatoren das Publikum mit Aktionen einbanden, Künstler auf den Straßen wandeln ließen und zahlreiche gestandene wie Nachwuchs-Musiker für kulturelle Unterhaltung sorgten, stellvertretend seien nur genannt: die Martin-Rühmann-Band bei der Eröffnung, Leto in Nähe Bärstraße oder Once Upon a Rooftop in der Goldschmiedebrücke. So wurde das Fest nicht nur zu einem Zeichen gegen Rechts, sondern auch zu einer Messe Magdeburger Vielfalt in der Gesellschaft.

Bemalten ihre Hand und setzen anschließend einen Abdruck auf eine Tafel gegen Rechts: Annika Schwarz und Corinna Traoré aus Magdeburg und Anna Schmidt aus Niederndodeleben (von links) an einem Aktionsstand für Demokratie. | Foto: Rainer Schweingel
Bemalten ihre Hand und setzen anschließend einen Abdruck auf eine Tafel gegen Rechts: Annika Schwarz und Corinna Traoré aus Magdeburg und Anna Schmidt aus Niederndodeleben (von links) an einem Aktionsstand für Demokratie. | Foto: Rainer Schweingel
Fahrplan gerät gehörig durcheinander
Wirklich negativ waren nur die Begleitumstände. Wer auf Bus und Bahn angewiesen war, der musste größte Geduld aufbringen. Die Demonstrationen und die Meile wirbelten den Fahrplan gehörig durcheinander. So ging von und nach Nord stundenlang überhaupt nichts. Auch die Händler bekamen zu spüren, dass viele Magdeburger und Umländer den Sonnabend nicht zu einem Citybesuch nutzten. IG-Innenstadt-Sprecher Arno Frommhagen gewann dem Sonnabend trotzdem nur Gutes ab: "Es ist ganz wichtig, dass die Stadt Gesicht gezeigt hat."
Mehr zum Thema: Seite 8 Zeitzeugen des 16. Januars 1945 erzählen. Seite 11: Noch mehr Fotos von der Meile der Demokratie.
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Hier in Deutschland muß der Polizist nachweisen, dass sein Handeln "gerechtfertigt " war. NEIN ,falscch - der Täter muß nachweisen ,dass das Handeln der Ordnungsorgane nicht gerechtfertigt war. Bsp. USA: wer dort Polizisten angreift oder verletzt wird über ein Sofortgericht ohne viel Federlesen für ein Jahr eingebuchtet. Und hier in Deutschland Bsp. Demos sind sogar Politiker dabei wenn es um Gewalt,Zerstörung,Vandalismus,Angriffe auf die Polizei geht.Bestes Beispiel Gorleben - jedes Jahr.Wenn ich das machen würde wäre ich für Jahre weggesperrt !
völliger Schwachsinn der Tunnel ist völlig ok und es wird auch zeit das Oschersleben nicht immer "2 geteilt" ist es nervt, so oft wie man vor den Schranken steht !!! Sollten dann aber die Bahnübergänge Fabrikstraße und Anderslebener Straße geschlossen werden gibt es nur noch einen weiteren Bahnübergang was für Oschersleben zu wenig ist. Man müsste mind. 1 weitere Möglichkeit lassen für Notfälle. man weiß ja nie .....
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