
Richard Otfried Wilhelm gehört zu den großen Glaskünstlern der Stadt, war Gründungsmitglied der "Magdeburger Glasgestaltung" und lange Jahre auch ihr Leiter. Noch heute, mit 80 Jahren, widmet er sich täglich seiner Kunst und Arbeit.
Magdeburg l Geboren wurde er am 7. Februar 1932 in Bautzen als sechstes Kind einer Glaserfamilie. Seine Vorfahren waren seit 1688 Glasermeister und Kunstglaser. Und so war es kein Wunder, dass der junge Richard von klein auf ins Handwerk eingeführt wurde. Als Sechsjähriger bekam er zum Weihnachtsfest nach dem Kirchgang einen Glasdiamanten geschenkt. Dazu sagte der Vater: "Damit wirst du morgen Glas schneiden lernen." Am Weihnachtsfest? "Da gibt es doch Gans", versuchte der Junge einzulenken. "Nachdem du gelernt hast, Glas zu schneiden", bekam er zur Antwort. Der Steppke wurde auf eine Kiste gestellt, damit er an die Werkbank reichte. Er lernte das Gerät zu handhaben, es beweglich und doch fest zu fassen, es mit Ruhe zu führen, aber nicht langsam. Das hat ihn geprägt, sagt er. Er tut vieles so, wie er mit Glas umgeht: beweglich und doch fest, mit Ruhe, aber nicht langsam.
Richard Wilhelm hat nach der Lehre als Bau- und Kunstglaser die Kunstfachschule Magdeburg besucht und die Kunsthochschule in Berlin. Magdeburg wurde seine Heimat, hier gründete er mit Reginald Richter und Oskar Hamann die Gruppe Magdeburger Glasgestaltung. Von hier aus wurden er und seine Werke bekannt. Die wohl berühmteste Arbeit stand lange Zeit in Berlin: die "Gläserne Blume" im Palast der Republik. Geschaffen gemeinsam mit Reginald Richter. Weitere Arbeiten sind landesweit zu entdecken. Von der "Galaxis" in der Kugel des Berliner Fernsehturms bis zu den Glasbetonfenstern in Sachsen-Anhalts Landtagsgebäude. Zahlreiche Fenster und Türen in Krankenhäusern, Verwaltungsgebäuden, Hotels, auch Privathäusern gehören dazu.
Doch Wilhelm winkt ab: "Darauf bilde ich mir nichts ein." Für ihn sei wichtig, "die Menschen zu erreichen, ihr Bedürfnis und ihren Schönheitssinn zu achten". Auch nach ihren Wünschen zu arbeiten, nicht nur nach den eigenen. Und das Erbe der Vergangenheit zu bewahren. Beispielsweise bei der Restaurierung und Neugestaltung von Bleiglasfenstern in historischen Dorfkirchen und anderen denkmalgeschützten Gebäuden, denen sich Wilhelm leidenschaftlich widmet. Im vorigen Jahr hat er sein 60. Fenster gefertigt - für die Dorfkirche in Süplingen (Bördekreis). In der Kirche St. Sebastian in Lemsdorf hatte er zuvor alle fünf Glasfenster restauriert. Darunter ein Jesus, "wie ich ihn mir vorstelle und wünsche: ein junger Mann, der herausfordernd ins Leben blickt zu den Menschen", sagt der bekennende Protestant.
Richard Wilhelm lebt heute mit seiner Frau Leonore im Hopfengarten. Er hat zwei Kinder und zwei Enkel. Handwerk an die nächste Generation weiterzugeben, hält er rückblickend für "mehr Segen als Fluch". Ohne Kinderarbeit zu befürworten, sagt er: "Kindern einfache handwerkliche Arbeit beizubringen, sie auch machen lassen - das kann ihnen Freude bereiten". Und ihnen für ihr weiteres Leben viel an Erfahrung und Geschick bringen.
Sie in eine Rolle zu zwingen, liegt ihm jedoch fern. "Es geht darum, das Talent zu fördern", sagt er. Das liege bei seinen Söhnen auf anderen Gebieten. Der eine ist Jurist, der andere mathematisch-naturwissenschaftlich talentiert.
Richard Wilhelm selbst ist seinem Talent treu geblieben. Noch immer steht er allmorgendlich sehr früh auf und ist ab 7 Uhr in der Werkstatt tätig. "Das muss so sein", sagt er, "das war schon immer so." Und bleibt es wohl auch.
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Ein sehr gutes Video und eine geniale Idee zu Unterbreitung eines Heiratsantrages im Kreise der ganzen Freunde nebst Familie.
Liebe Redaktion, Man muss gar nicht so weit reisen, um sich dem Geocaching widmen zu können. Auch in Magdeburg sind Schätze versteckt. Für Schüler ab Klasse 5 gibt es zudem noch bis 20.06.2012 die Möglichkeit, an einem etwas anderen Geocaching teilzunehmen: Veranstalter ist die Deutsch-Französische Gesellschaft Magdeburg e.V. (DFG). Die Fragen und Hinweise sind auf der Internetseite der DFG nachzulesen. In Vorbereitung auf die FRANKO.FOLIE! 2012 folgt das Spiel französischen Spuren in Magdeburg. Die Route wird von den Fragen vorgegeben. Ein GPS-Gerät ist nicht erforderlich, denn die Geodaten wurden mit Hilfe des digitalen Stadtplans auf der Internetseite der Stadt ermittelt. Es gilt 6 Schätze zu finden, die allerdings jeweils bei "Schatzhütern" hinterlegt wurden, hier geht es eben doch nicht ganz ohne "Muggel". Aber ein Logbuch und ein Cache gibt es auch. Zusammen mit weiteren Fragen zur Magdeburger Geschichte ist ein Lösungssatz zu finden, der an die DFG eingesendet werden kann. Unter den Teilnehmern werden nach dem 20.06.2012 Gewinner ermittelt und Preise verlost. Alle in Frage kommenden Schulen in Magdeburg und dem näheren Umland wurden zu diesem Spiel eingeladen. Iris Hildebrandt Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft Magdeburg e. V.
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