
Wetterbeobachtung wie sie Aßmann 1880 in Magdeburg begründet hatte, wird es in nicht allzu ferner Zukunft nicht mehr geben. Der Deutsche Wetterdienst mit Hauptsitz Offenbach plant, die Stationen ausschließlich automatisch zu betreiben.
Sudenburg l Noch im November vorigen Jahres hatte ein Potsdamer Entscheidungsträger die Gerüchte um eine Schließung dementiert. Doch schon wenige Wochen später, im Dezember, soll der Präsident des Deutschen Wetterdienstes auf einer Mitarbeiterversammlung auch zu Magdeburg reinen Wein eingeschenkt haben: Schließung - nein, das wird es nicht geben. Dafür aber die Vollautomatisierung. Für die derzeit 6 Mitarbeiter der traditionellen Station in der hiesigen Aßmannstraße kommt beides auf eins heraus: Wenn die Automaten übernehmen, wird kein Einziger mehr von ihnen bleiben.

Bislang ging Kelch wegen Radioaktivitätsmessung vorbei
Gerhard Lux von der Pressestelle des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach bestätigte gestern auf Volksstimme-Nachfrage: "Es ist so." Die Messnetzstrategie des dem Bundesverkehrsministerium angegliederten öffentlichen Unternehmens sehe generell die Ausdünnung der Wetterbeobachtungsstationen vor. 40 Mitarbeiter werden jährlich abgebaut. Grund seien die geforderten finanziellen Einsparungen, wobei die Personalkosten der größte Faktor seien.
Bisher war der Kelch an der traditionsreichen Station in der Aßmannstraße vor allem deshalb vorübergegangen, weil diese Aufgaben für die im Bundesmaßstab relevanten Radioaktivitätsmessungen erledigt. Das soll nunmehr ausgelagert werden.
Eine Wiege der Wetterbeobachtung betroffen
Die Stadt Magdeburg als eine Wiege der wissenschaftlichen Wetterbeobachtungen in Deutschland überhaupt wird damit zumindest teilweise einer traditionsreichen Einrichtung beraubt. 1880 hatte Aßmann die Wetterstation in Betrieb genommen, und Jahre später wurde in der Bahnhofstraße die erste Zeitungswetterwarte in Deutschland gegründet. Historiker sprechen von der zweitältesten hauptamtlichen Wetterwarte weltweit.
Der geplante Absturz dieses Identifikationsmerkmals hat nunmehr erneut die Alarmglocken im Stadtrat ausgelöst. CDU-Fraktionschef und Mitglied des Landtages Wigbert Schwenke hat in einer Anfrage den Oberbürgermeister für das Thema sensibilisiert. Er fordert, Möglichkeiten zur Fortführung der Betreibung in heutiger Form aufzuzeigen, also mit Personal.
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.
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