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Seit 130 Jahren dient die Anna-Ebert-Brücke als Elbquerung Richtung Osten. Sie wird massenhaft frequentiert und damit arg strapaziert. Auf Anfrage der Grünen im Stadtrat schildert der Baudezernent dringende Handlungsnot.
Werder/Brückfeld l Ein Brückenneubau in Verlängerung der Strombrücke ist lange geplant, aber aktuell wegen ökologischer Bedenken in der Diskussion. Die Umweltschutzbehörde meldet Einwände gegen den Bau neuer Brückenpfeiler im geschützten Alte-Elbe-Biotop unterhalb der heutigen Anna-Ebert-Brücke an. Die aber steht nun schon 130 Jahre und kann die hohen Verkehrslasten, insbesondere durch die querenden Straßenbahnen, kaum mehr schultern.
Die Fraktion der Grünen im Stadtrat wollte vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte Genaueres über "Zustand und Zukunft der Anna-Ebert-Brücke" wissen. Eine Antwort auf ihre offizielle Anfrage legte der städtische Baubeigeordnete Dieter Scheidemann (parteilos) jetzt in Schriftform vor. Sie liest sich dramatisch.

Der "normative Nutzungszeitraum" von Mauerwerksbrücken liege bei 110 Jahren, so Scheidemann. Da die Anna-Ebert-Brücke schon 20 Jahre mehr auf dem Buckel hat, sei sie "vollständig abgeschrieben" und im Übrigen mit einem Anlagenwert von "0,- Euro" erfasst.
Eine bereits anno 2007 vorgenommene Hauptuntersuchung stellte der Brücke die Zustandsnote 3,5 aus. Die Negativ-Höchstnote 4,0 bedeutet sofortige Sperrung. Jährliche Nachuntersuchungen machten trotz sofortiger Instandsetzung von Schäden, die die Tragfähigkeit beeinflussen, eine "Reduzierung der Schlagbeanspruchung" erforderlich. Seit März gilt deshalb für Kfz das Tempo-30-Gebot. Straßenbahnen dürfen die Brücke seither sogar nur noch mit zehn Stundenkilometern passieren.
Schon die Studie von 2007 attestierte "unmittelbaren Handlungsbedarf" und prognostizierte selbst bei sofortiger Sperrung für den Straßenbahnverkehr eine maximale Nutzungsrestdauer von acht Jahren. Fünf davon sind bereits verstrichen - mit Bahnverkehr. Der Baudezernent schließt logisch: "Da eine Sperrung für die Straßenbahn nicht erfolgte, liegt zum aktuellen Zeitpunkt dieser Nutzungszeitraum prognostisch unterhalb von acht Jahren." Noch dramatischer konstatiert Scheidemann wenige Zeilen später: Eine "Restnutzungsdauer" sei entsprechend dem heutigen Stand der Technik und mit Blick auf europäische Normen schlicht "nicht mehr gegeben".
Theoretische Einsturzgefahr?
Der Brückennutzer reibt sich im Angesicht dieser Worte entsetzt die Augen und fragt sich, ob jede Passage der alten Elbüberführung mithin lebensgefährlich ist. Scheidemann wiegelt nicht unbedingt gänzlich beruhigend ab; sinngemäß: Bei den Richtlinien handele es sich um Theorie, in der Praxis "werden sich Bauwerke de facto (...) bis zum Versagen länger nutzen lassen".
Die derzeitige Nutzung sei allerdings, so Scheidemann weiter, "auf vollständigen Verschleiß ausgerichtet". Ergo: Kommt der parallel führende Brückenneubau nicht, muss anstelle der Anna-Ebert-Brücke ein Neubau entstehen.
Geplant ist allerdings weiterhin der zweite Brückenschlag in der Nachbarschaft. Die Stadt sucht die Bedenken von Umweltschützern durch Ausgleichsmaßnahmen in Prester zu zerstreuen (Volksstimme berichtete). Eine Entscheidung steht aus. Kommt der zweite Bückenschlag in Nachbarschaft der Anna-Ebert-Brücke - möglicherweise auch in der derzeit aus Kostengründen abgelehnten Pylonbauweise -, ist die denkmalgerechte Sanierung der alten Brücke geplant; geschätzte Kosten inklusive Planung rund 8,6 Millionen Euro.
Das Brückendenkmal soll - ausschließlich für Kfz, Rad- und Fußgängerverkehr - nur noch der Erschließung von Werder und Heumarkt dienen. Automassen und Straßenbahnen rollen nördlich auf dem Neubau an der Anna-Ebert-Brücke vorbei - wenn sich ein Brückenneubau denn schließlich als genehmigungsfähig und finanzierbar erweist.
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Es spricht doch für den MVB mit schlechtem Service noch schlechtere telefonische Beratung und unfreundliches Personal die Preiose um 30 % zu erhöhern es tritt die Armen,sollte doch der Vorstand mal anfangen mit sparen ?
Wer heute noch glaubt, dass die SPD eine Arbeiterpartei ist, der glaubt auch das die Piraten auf dem Boot zur Versammlung fahren.