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Anlässlich der neuen Landesausstellung über Otto I. soll am 31. August in der ganzen Stadt für zehn Minuten getanzt werden. Die schöne Idee findet bislang aber wenig Mittänzer. Angst vor GEMA-Forderungen und Polizeieinsätzen lähmt die Tanzbeine.
Magdeburg l Wenn es am 31. August zehn vor elf ist, tanzen in der ganzen Stadt - von Westerhüsen bis Rothensee, von Diesdorf bis zur Berliner Chaussee - alte und junge Magdeburger gemeinsam, um den 1100. Geburtstag des Stadtbegründers, Kaiser Otto I., zu feiern. Eine schöne Idee. Aber wohl zu schön, um wahr zu werden. Zwar haben Adelheid Ernst und ihre Mitstreiterinnen von der eigens ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe "Tanz der Generationen" bereits einige Mittänzer gefunden. Doch die Skepsis ist groß, wie sie nach einem halben Jahr Vorbereitung feststellen müssen.
Damals hatte Adelheid Ernst begonnen, mit einem vierseitigen Ideenpapier für das stadtweite Tanzprojekt Werbung zu machen. In den Gemeinwesenarbeitsgruppen (GWA) suchte sie nach Unterstützern, in den kulturellen Einrichtungen der Stadt auch. Doch die Resonanz war insgesamt, gelinde gesagt, zurückhaltend. Aus den GWA gab es keine Reaktionen, die großen Häuser verhalten sich ebenfalls eher zögerlich. Am gleichen Tag wird am Nachmittag das Kaiser-Otto-Fest eröffnet, weshalb man auch dort beim Veranstalter anfragte. So könne man gleich noch Werbung für das Fest machen. Aber auch hier: Kein Interesse.
Angesichts der anhaltenden Diskussion um die GEMA-Tarife bei Veranstaltungen winken viele aus Angst vor teuren Rechnungen gleich ab. Auch die Kreidemal-Aktion auf dem Hasselbachplatz und deren Folgen habe man natürlich besorgt beobachtet, meint Adelheid Ernst. Deshalb will sich weder sie noch die Tanz-AG als Organisator verstanden wissen. Auch eine zentrale Tanzaktion auf einem großen Platz wurde deshalb bewusst nicht geplant. Viele angesprochene Institutionen scheuen das spontane, selbstlose Tanzen, erzählt Adelheid Ernst. "Es fehlt eine Autorität", gibt sie zu. Sie und ihre Mitstreiterinnen könnten und wollten das nicht übernehmen. "Vielleicht lässt sich ja in den kommenden Jahren jemand vom Tanzfieber infizieren", hofft sie. "Wir rufen die Magdeburger daher nur zum Tanzen auf. Wir wollen niemand zwingen, sondern nur animieren, sich so für die Geschichte zu interessieren", sagt sie. Denn indem man sich mit der Vergangenheit beschäftigt, könne man viel für die Zukunft lernen, so ihr Credo.
Die Tanzgruppen der einzelnen Seniorenzentren wollen sich auf jeden Fall beteiligen, einige Kita-Kinder werden auch an diesem Freitagvormittag mitzappeln. Vorher basteln sie Kronen und beschäftigen sich so mit Otto. Angesichts des verhaltenen Zuspruchs aufzugeben, komme für die Tanz-AG aber nicht infrage. "Das Prinzip Hoffnung stirbt schließlich zuletzt", bekräftigt Adelheid Ernst.
Der Ursprung für das ambitionierte Projekt liegt in der Langzeitstudie "Altersfitness durch Musik und Bewegung", die Adelheid Ernst im Rahmen des Seniorenstudiums mit erarbeitet hatte. Dabei wurde herausgefunden, dass die Magdeburger "Tanz als hohes Kulturgut schätzen und auf unterschiedlichen Ebenen des Tanzes selbst aktiv sind".
Eigentlicher Rahmen ist aber die Landesausstellung "Otto der Große und das Römische Reich - Kaisertum von der Antike zum Mittelalter", die am 27. August im Kulturhistorischen Museum eröffnet wird. "Am Freitag darauf sollen die Tanzaktionen an allen Ecken und Enden Magdeburgs stattfinden", so der Wunsch der Tanz-AG. Neugierig geworden durch die Tanzenden, werden die Zuschauer auf die Ausstellung und damit auf die Geschichte ihrer Stadt aufmerksam gemacht.
"Es gilt, die Erinnerungskultur zu pflegen und über die geschichtlichen Wurzeln Magdeburgs mehr zu erfahren, um sich mit der Stadt Kaiser Ottos zu identifizieren. Unsere Aktivitäten können nicht nur die Außenwirkung der Stadt verändern, die Bürger verändern vor allem sich selbst", ist Adelheid Ernst überzeugt.
Das letzte Vorbereitungstreffen der Tanz-AG findet heute ab 11 Uhr im Offenen Treff in der Max-Otten-Straße 10 statt. Wer Lust hat, das Tanzbein zu schwingen, ist dazu eingeladen. Aber auch am 31. August kann einfach mitgewippt werden. "Das wäre doch was, wenn sich die Leute spontan vor ihre Tür stellen und tanzen", meint Adelheid Ernst mit versonnenem Blick.
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Es sind genau diese Halbwahrheiten, wie sie Herr Haseloff in diesem Artikel äußert, die die emotionale Explosion der Beschäftigten vom Professor bis zu pflegerischen Hilfskraft am Klinikum in Halle, ausgelöst haben. Um es deutlich zu sagen: Wir haben gestern 101.000 Unterschriften für den Erhalt beider Universitätskliniken und Medizinischer Fakultäten übergeben, weil dies für die Zukunft in Sachsen-Anhalt erforderlich ist. Dieses Land braucht Ärzte und die Patienten mit schweren und "teuren" Erkrankungen Krankenhäuser, die deren Behandlung leisten können und wollen. Maximale Versorgung ist von Salzwedel bis Zeitz erforderlich! Es gibt auch keine Konkurrenz zwischen den beiden Universitätsklinika in Sachsen-Anhalt um Patienten und Studenten! Die erwähnten Defizite aller Uniklinika in Deutschland sind ein Ergebnis fehlerhafter Bundespolitik. Es würde dieser Landesregierung gut zu Gesicht stehen, wenn sie sich im Bundesrat für die adäquate Bezahlung, der in unseren Häusern erbrachten stationären und ambulanten Leistungen, stark machen würde! Ein Nebeneffekt: Es kostet den Landeshaushalt keinen Cent, würde ihn sogar entlasten. Leider hatte in dieser Landesregierung ausschließlich Birgitta Wolff diesen Weitblick und ihr Rauswurf war das Zeichen für die wahre Politik einer Regierung, die in Halle 48.000 Wählerstimmen erhielt. Unser Aktionsbündnis hat 65.000 Unterschriften in dieser Stadt gesammelt. Wo sieht Herr Haseloff den Wählerwillen? Stattdessen erklärt er als Nebelbombe die alten Planungen im neuen Gewand und denkt es merkt keiner. Aber 20 Jahre Kampf gegen Privatisierung und Schließung der Universitätsmedizin in Halle machen sensibel. Die vom Finanzausschuss Landtages für erforderlich erachtete Fertigstellung des Campus in Halle, für die Mittel in Höhe von 80 Mio. erforderlich sind, und die ca. 10% Reinvestitionsquote werden von Herrn Bullerjahn und seinem Ministerpräsidenten kurzerhand zum Investitionsstau erklärt. Ist dies lediglich Beleidigung der Menschen oder einfach Unwissenheit und Unsicherheit? Klar wird: Wir werden uns in den nächsten Wochen häufiger auf der Straße treffen! Kommende Woche bereits in Magdeburg.