Magdeburg. Eislaufhalle, Spieleparadies, Diskothek, ja sogar Kirche - Ideen für eine Wiederbelebung der Hyparschale auf dem Werder als Ort der Begegnung gab es schon so manche. Allein: Alle scheiterten an wackligen Finanzierungskonzepten. Zumal das Objekt selbst in alles andere als gutem Zustand und bereits seit mehr als 15 Jahren baupolizeilich gesperrt und zwischenzeitlich wahrhaft keine Schönheit mehr ist.

An der Zukunft der Hyparschale schieden sich bereits Ende der 1990er Jahre die Geister in Magdeburg. Ein Volksstimme-Ted anno 1998 förderte bei knapp 1300 Beteiligten eine Mehrheit (59,2 Prozent) pro Sanierung zu Tage. Der Denkmalschutz beerdigte die Abrissdebatte wenig später mit Abrissverbot. Seither sucht die Stadt vergeblich nach einem privaten Nutzer. Vier Ausschreibungen (zwei regionale und zwei bundesweite) sowie Präsentationen auf der Denkmalbörse in Leipzig und der Exporeal in München blieben am Ende ohne Ergebnis, selbst als die Stadt privaten Betreibern mit schlüssigem Konzept noch 1,5 Millionen Euro für die Sanierung quasi dazuschenken wollte.

Jetzt hisst die Stadtverwaltung sozusagen die weiße Flagge und will die Rettung des Baudenkmals selbst in die Hand nehmen. Ein entsprechender Beschlussvorschlag an den Stadtrat passierte in dieser Woche die Magistratsrunde beim Oberbürgermeister.

Demnach will die Stadt knapp 1,8 Millionen Euro in die Sanierung des Dachs und der Betonstützen sowie in den Abriss der benachbarten alten Messehallen investieren. Parallel soll das Grundstück samt Hyparschale im teilsanierten Zustand erneut zur Vergabe an private Nutzer (Erbbaupacht) ausgeschrieben werden. Immerhin vier Bieter hatten auf die letzte Ausschreibung anno 2011 hin ihr Interesse an der kulturellen Wiederbelebung (eine andere Nutzung ist nicht erlaubt) des Areals bekundet. Damals scheiterten alle am wichtigsten Ausschreibungskriterium, dem Finanzierungskonzept.

Die Verwaltung - in der Sicherungspflicht für das Objekt Hyparschale - schlägt mit Blick auf den sich weiter verschlechternden Gebäudezustand vor, mit der Sanierung nicht länger zu warten. Der Stadtrat hat auf seiner Sitzung am 5. September die Entscheidung in der Hand.