Magdeburg (mf) l Das Landeskriminalamt (LKA) will rechtsradikale verbotene Musik auch auf Konzerten künftig besser erkennen können. Dafür ist eine Zentralstelle im LKA in der Planung, bestätigte gestern Sachsen-Anhalts Innenministerium. Das Land beteilige sich außerdem an einem Projekt des LKA Sachsen. Mit einer Software können dort verbotene Titel schneller identifiziert werden.

Ein Prototyp sei bereits entwickelt worden, sagte gestern eine Sprecherin vom Dresdener LKA. Ziel ist es, den Polizisten ein Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, um aus beliebigen Quellen (beschlagnahmte MP3, Audio-CDs u.ä.) schneller verbotenes Liedgut aufzuspüren. Die Analyse-Software habe den Labortest bereits bestanden, nun müsse noch eine entsprechende Datenbank aufgebaut werden. Jede Audio-Datei besitzt eine Art Fingerabdruck, der mit den beschlagnahmten Musik-Quellen verglichen wird. Hintergrund der Pläne ist eine Recherche-Panne bei einem Rechtsrock-Konzert im vergangenen Sommer in Berga (Mansfeld-Südharz). Dort waren versehentlich zwei verbotene Lieder genehmigt worden.