Leipzig/Magdeburg. Das Bundesverwaltungsgericht hat den weiteren Bau der Autobahn 14 nördlich von Magdeburg vorläufig untersagt. Es erklärte am Mittwoch in Leipzig die für den Abschnitt zwischen Colbitz und Dolle zugrundeliegenden Planungen für rechtswidrig und nicht vollziehbar. Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt hat jedoch die Möglichkeit, in einem ergänzenden Verfahren die von den Richtern festgestellten Mängel zu beseitigen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte gegen den Bau des Abschnitts geklagt.

Die Fertigstellung der A14 von Magdeburg bis Stendal wird sich nach Angaben von Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) nun um ein Jahr verzögern. Die Trasse werde 2018 befahrbar sein, zuvor war mit 2017 gerechnet worden, sagte Webel am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Er begrüßte das Urteil. "Das die grünste Autobahn Deutschlands gebaut wird, daran besteht kein Zweifel", sagte der Minister. Die vom Gericht zugestandenen Ergänzungen würden nun schnell umgesetzt. Zur Beschleunigung der weiteren Planungen für die A14 und die Westumfahrung von Halle (A143) würden fast 40 Fachleute bis zunächst Ende 2018 zusätzlich befristet eingesetzt.

Die Leipziger Richter stellten fest, dass nach einer Änderung der ursprünglichen Planungen eine erneute Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig gewesen wäre. Zudem hätte es für den neu geplanten Abschnitt zwischen Colbitz und Dolle eine erneute Anhörung geben müssen. Auch hätten es die Planer versäumt, Kompensationsmaßnahmen für die mit dem Bau verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft neu festzusetzen.

Die festgestellten Mängel reichten aus, um den Planfeststellungsbeschluss zu kippen. Dagegen drang der BUND mit zahlreichen Einwänden gegen die Planungen mit Blick auf den Natur- und Artenschutz nicht durch. Geprüft werden muss nach dem Urteil der Bundesverwaltungsrichter, ob die Autobahn, die von der Bundeswehr geplante Übungsstadt Schnöggersburg in der Colbitz-Letzlinger Heide sowie die über dem Truppenübungsplatz Altmark vorgesehenen Tiefflüge insgesamt so viel Lärm verursachen, dass bestimmte Vogelarten beeinträchtigt werden.

Die 155 Kilometer lange Trasse von Magdeburg bis Schwerin soll im Jahr 2020 befahrbar sein. Für das Gesamtvorhaben sind rund 1,25 Milliarden Euro veranschlagt.