Stendal l Die Akten füllen 200 Umzugskartons und mussten mit einem 7,5-Tonner-Lkw ins Landgericht Stendal gebracht werden, wo sie in einem eigenen Raum zwischengelagert werden. Sie bilden die Grundlage für die nächste Anklage, die die Staatsanwaltschaft Stendal zur illegalen Müllentsorgung in Sachsen-Anhalt erhoben hat. Sieben Beschuldigte sollen sich wegen des unerlaubten Umgangs mit Abfällen oder Beihilfe dazu vor dem Landgericht verantworten.

In den Jahren 2005 bis 2008 sind in der Tongrube Vehlitz (Jerichower Land) mindestens 900.000 Tonnen hausmüllähnliche Gewerbeabfälle verfüllt worden. Sickerwasser und Deponiegase haben den Boden so stark verschmutzt, dass die Gefahrenabwehrbehörde aktiv werden musste. Etwa 4,5 Millionen Euro wurden bisher aufgewandt, um unter anderem Grundwasser vor Verunreinigung zu schützen. Wann der Prozess beginnt, steht noch nicht fest. Die Akten werden jetzt von der Kammer geprüft.

Bereits im August 2012 hatte die Staatsanwaltschaft gegen sechs der nun Beschuldigten Anklage wegen ähnlicher Vorwürfe in Zusammenhang mit der Tongrube Möckern erhoben. Dort sollen 170.000 Tonnen Müll illegal gelagert worden sein. Auch dieses Verfahren hat noch nicht begonnen.