Alte Mark auf neuen Wegen

Die Altmark macht fast ein Viertel der Fläche von Sachsen-Anhalt aus. Eine repräsentative Telefonbefragung in Berlin, Hamburg, Leipzig und weiteren Städten ergab 2010, dass die Region kaum bekannt ist oder Brandenburg zugerechnet wird.

Mit 360.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung startete im Juni 2012 das Projekt Regionalmarkteting unter dem Motto "Alte Mark auf neuen Wegen -Tradition und Innovation in der Altmark".

Eine Vernetzung von Unternehmen, Institutionen, Verbänden und Vereinen war ein wichtiger Punkt in der Projektphase. (mr)

Stendal/Salzwedel. "Luxus-standort für Familien", "Wenn Sie mal niemanden mehr sehen wollen" und "Mit Energie kann man hier etwas anfangen" - das sind drei der Botschaften von den Themenplakaten, mit denen die Bandbreite der Altmark offensiv beworben werden soll. "Wir wollen die Weite und das Ruhige unserer Region herausstellen und zugleich darauf aufmerksam machen, dass hier viel Platz für innovative Ideen ist", erläutert Gerhard Faller-Walzer das Konzept.

Er hat in einem kleinen Team über mehr als ein Jahr hinweg die Entwicklung des Regionalmarketings koordiniert. 360.000 Euro hatte das Land aus Strukturfonds-Mitteln der Europäischen Union für ein gemeinsames Konzept des Altmarkkreises Salzwedel und des Landkreises Stendal zur Verfügung gestellt.

Region wird oft als "weißer Fleck" wahrgenommen

Ausgangspunkt für diese eigene Vermarktungsoffensive war, dass die Region oft als "weißer Fleck" wahrgenommen wird. Selbst in Werbe-broschüren des Landes tauchte sie zeitweise nicht oder nur am Rande auf.

Die künftige Strategie setzt darauf, insbesondere Menschen aus den Ballungsräumen Berlin, Hamburg und Hannover auf die Altmark aufmerksam zu machen. "Der Tourismus ist dabei das Flaggschiff. Genauso wichtig ist es aber auch, dass die Altmark als attraktiver Ort zum Leben und Arbeiten wahrgenommen wird", sagt Faller-Walzer. Als Bioenergie-Region steche sie bereits jetzt besonders hervor.

Dabei hat der Projektmanager insbesondere Existenzgründer im Blick: "Bei uns kann man Ideen verwirklichen. Unsere Kampagne soll verdeutlichen, dass man auf der Wiese etwas erreichen kann", erklärt er die Idee hinter dem Slogan, den die Kieler Agentur Boy Strategie und Kommunikation entwickelt hat.

Zuvor gab es mehrere Diskussionen und Arbeitsgruppen mit Vertretern aus Wirtschaft, Kommunalpolitik, Vereinen, Hochschule und Verwaltung. Mehr als 100 Beteiligte haben dabei ihr Bild von der Altmark skizziert, nach dem die Agentur dann ihre Arbeit ausrichtete (Volksstimme berichtete).

Die neue Marketingstrategie zielt dabei auch nach innen. "Wir wollen damit auch das Selbstbewusstsein der Altmark stärken. Schließlich haben wir etwas zu bieten und brauchen uns nicht zu verstecken", betont Faller-Walzer. Er setzt zudem darauf, dass das grasgrüne A mit dem Punkt samt Slogan künftig auf allen Briefbögen der Verwaltung ebenso zu finden sein wird wie auf Speisekarten der regionalen Gastronomie und auf Firmen-Briefköpfen.

Werbung mit Plakaten, Imagefilm, Anstecker und Internetseite

Mit der Marketing-Strategie im Rücken gilt es jetzt, in den nächsten Wochen professionelle Strukturen aufzubauen. Der Tourismusverband und der Regionalverein sollen dabei enger vernetzt werden, die genaue Struktur dieser Gesellschaft wollen die beiden Landkreise in Kürze festlegen.

Neben dem Slogan und den Plakatmotiven sind bereits ein vier Minuten langer Imagefilm, ein Anstecker mit dem "A." und ein Notizbuch unter dem Titel "Ideenwiese" produziert worden. Eine gemeinsame Internet-Seite wird gerade vorbereitet.

Aufgabe der künftig für das Altmark-Marketing verantwortlichen Gesellschaft wird es sein, Kommunen, Tourismusbranche sowie größere, aber auch kleinere Betriebe der Region als Partner zu gewinnen, um Imagekampagnen finanziell stemmen zu können. "Damit sollten wir nicht zu lange warten, sondern zügig weitermachen", bekräftigt der bisherige Koordinator: "Diese Imagewerbung ist am Ende auch konkrete Wirtschaftsförderung."

Die großen Schwarz-Weiß-Plakate mit regionalen Motiven, waschechten Altmärkern und dem grasgrünen "A." dürften in den Metropolen auffallen, ist sich Faller- Walzer sicher: "Das knallt inmitten der bunten Werbung."